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die brücke
Wie die Nelson-Säule am Trafalgar Square, der Tower oder das Westminster Symbol von London und die Notre Dame, der Eiifelturm oder die Windmühle des Moulin Rouge Wahrzeichen von Paris sein können, so können das Parlamentsgebäude, die Matthiaskirche, die Freiheitsstatue auf dem Gellertberg oder das Millenniumsdenkmal Sinnbild von Budapest sein.
Ich würde trotzdem die Brücke wählen. Jawohl: die Brücke. Die erste und ewig einzige, die der 1944 von den Faschisten ermordete Schriftsteller Antal Szerb mit den Worten besang; „Wieviel Schönheit verbirgt sich in der Kettenbrücke, welch majestätische Schweigsamkeit, hochmütige Bescheidenheit, kokette Leichtigkeit und altmodische Melancholie! Sie ist irgendwie endgültig wie jede große Schöpfung; man spürt: Ja, das ist sie, so muß eine Brücke sein . Die Ketten-
brücke wird nie unmodern, die Kettenbrücke ist klassisch "
Ihre Geschichte begann im Jahre 1820.
Auf dem linken Donauufer lag Pest - die ihre mittelalterlichen Stadtmauern sprengende, stürmisch aufsteigende und sich immer weiter ausdehnende Industrie- und Handelsstadt. Enge Gassen, winzige Marktplätze, hier und dort herrschaftliche Palais und öffentliche Gebäude im Barockstil. Kneipen und Gasthöfe, vereinzelt Kaffeehäuser für die Studentenjugend. Am Flußufer.die Häuser der Gerber und Leinenfärber. Aufwirbelnde Staubwolken, penetranter Ledergeruch. Und hinter der Stadt im Osten trug eine verwüstete Landschaft noch immer die Spuren der Vernichtung durch türkische Heere und österreichische Söldnertruppen; Viehherden, baufällige Schenken an den unwegsamen Straßen, ausgedehnte Sümpfe; Fronbauerndörfer, Herrenhöfe, Bauernstädte mit einer Flur so groß wie ein Landesteil; und jenseits der ungari-