Bővebb ismertető
Ein weitgereister Europáer gestand mir, er habe, wenn er sich Bremen náhere, stets die Empfindung, ein exklusives Territórium zu erreichen. Unbewufit fühie er nach seinem Pafi, schaue er nach einem imagináren Visum, als gelte es, eine Grenze besonderer Art zu überschreiten. Hat dieser Reisende übertrieben, wenn er auf solche Weise seinem Gefühl Ausdruck verlieh? Einer intaktén Urbanitát, einem in sich gefestigten Stadtcharakter zu begegnen, schien ihm bemerkenswert in einer Zeit, in der so viele Metropolen ihre bezeichnenden Kontúrén verlieren. Nein, - für Bremen benötigt man kein Visum. Hier stehen weder an den Autobahnabfahrten noch am Hauptbahnhof Schilder mit der Aufschrift Zutritt nur für Befugte! Und doch überschreitet man Grenzen. Man betritt das Hoheitsgebiet des Stadtstaates Freie Hansestadt Bremen, des kleinsten Landes der Bundesrepublik Deutschland. Natürlich könnten Sie auch mit dem Flugzeug eintreffen oder vom Schiff aus Übersee in Bremerbaven an Land gehen. Wenn Sie nidit gerade Botsdiafter sind und vom Chef des Protokolls des Senats erwartet werden, wird niemand viel Aufhebens von Ihnen machen. Fremde kommen hier Tag und Nacht an, háufiger von entferntesten Winkeb der Erde als aus der Nahe. Man dreht sich in bremen nicht nach Ihnen um, mögen Sie so exoaussehen wie Sie wollen. Für jede Sprache findet sich in Bremen und natürlich auch in Bremertaven bestimmt jemand, der sie versteht. Bremen lst groSzügig, souverán und gelassen, dabei auf "lederdeutsche Weise herzlich. Diese Stadt wird Sie faszinieren und bezaubern, wenn Sie sich, und das ist hier die einzige Voraussetzung, ein wenig Zeit lassen, um sie kennen zu lernen. Zeit sollten Sie sich auch nehmen für Ihren Bűmmel durch Bremen, um die Luft zu schmecken, die vom Meer her weht, um den Duft von Tabak, Kaffee oder Gewürzen aus den Handelskontoren zu schnuppern oder den Haudi von Rosen aus bremischen Gárten zu spüren. Sie sollten Mufie und inneren Gleichmut mitbringen, um sich dem Rhythmus anzupassen, der gemáchlich und erregend zugleich sein kann. Denn Bremen ist alt, voll von tausendjáhriger Geschichte, erfüllt von Sagen und Legenden - und ist jung, durchpulst vom Tempó eines modernen Welthandelszentrums. Sie werden bald feststellen, dafi die Bremer lieber vom Heute sprechen als vom Gestern. Und gemeinsam mit den Bremerhavenern denken sie ans Morgen, an die Zukunft von Háfen und Handel. Doch, verehrter Gast, was suchen Sie in Bremen? Wandern Sie auf den Wegen der Vergangenheit? Möchten Sie noch etwas vom Glanz spüren, der einst die braven Gefahrten, Esel und Hund, Katze und Hahn, dazu getrieben hat, nach Bremen zu wallfahren, um im Dienste der reichen Stadt Musikanten zu werden? Forschen Sie nach Spüren der deutschen Hanse, zu der Bremen ein halbes Jahrtausend hindurch als führendes Mitglied gehort hat? Oder versuchen Sie die Tatsache zu ergründen, dafí sich hier ein Stadtstaat erhalten hat mit eigenem Parlament und sclbstándiger Gesetzgebung? Fragen Sie nach der Bedeutung des Sdilüssels im Wappen der Stadt? Oder wollen Sie in Bremen Gescháfte erledigen, Fádén knüpfen nach Übersee, Waren verschiffen oder empfangen und das Neueste hören vom Weltmarkt? Wollen Sie ein Schiff in Auftrag geben, einen Frachter oder eine Segeljacht, Flugzeuge bestellen oder Fernsehempfanger oder andere Produkte bremischer Industrie? Vielleicht wollen Sie auch nur erieben, wie zweimal in vierundzwanzig Stunden das Meer mit Ebbe und Flut seine Gezeiten in die Weser hineindrangt bis in das Herz der Stadt. Nun, Bremen wird Sie Ihre eigenen Fragen stellen lassen, denn es liegt nicht in seinem Wesen sich aufzudrangen. Die Stadt prangt nicht mit buhlerischer Sdiönheit. Sie ist frei von Koketterie. Diese Scheu ist nicht gespielt; das Understatement steht hoch im Kurs. Man will in Bremen von Ihnen nicht bestaunt, sondern ernstgenommen werden. Tradition gilt nicht als lástige Hypothek. Zu Stein geworden, von zahem Behaupten berichtend, hat Vergangenheit das Gesidit der Innenstadt geformt. Hierhin - zuerst auf den Marktplatz - führt auch der modernste, gegenwartsbewufite Bremer Bürger seine Gáste. Scheinbar erhaben über das Gestrige, kann er doch seinen Stadtstolz nur schlecht verhehlen. Fragen Sie Ihren Gewahrsmann, um wieviele Generationen sein bremischer Stammbaum zurückreicht, so werden Sie möglicherweise vernehmen, dafi er als Neubürger erst wenige Jahre hier ansássig ist. Und doch hat ihn die Stadt schon assimiliert und geprágt! Treffen Sie aber einen altén Bremer, einen von den Tagenbaren, wird