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^^^^^ urgen sind in erster Linie militärische Zweckbauten. Die Baumeister, die sie errichteten, waren Spezialisten des Befestigungswesens, und ihre Überlegungen hatten das Ziel, Bollwerke zu schaffen, die jedem Angriff zu trotzen vermochten. Welche Mittel sie zur Lösung ihrer Aufgabe einsetzten, hing von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Geländesituation, die sie vorfanden, von den Arbeitskräften, die der Bauherr zur Verfügung stellte, von der Größe des Gebiets, das beherrscht und gedeckt werden sollte, und nicht zuletzt von dem...
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^^^^^ urgen sind in erster Linie militärische Zweckbauten. Die Baumeister, die sie errichteten, waren Spezialisten des Befestigungswesens, und ihre Überlegungen hatten das Ziel, Bollwerke zu schaffen, die jedem Angriff zu trotzen vermochten. Welche Mittel sie zur Lösung ihrer Aufgabe einsetzten, hing von vielen Faktoren ab, zum Beispiel von der Geländesituation, die sie vorfanden, von den Arbeitskräften, die der Bauherr zur Verfügung stellte, von der Größe des Gebiets, das beherrscht und gedeckt werden sollte, und nicht zuletzt von dem Entwicklungsstand der Produktivkräfte, wie er sich in der Waffentechnik widerspiegelte. Die Besatzung mußte jeden Zug des Belagerers mit einem Gegenzug beantworten können. Eine Burg mit unvollkommenen oder veralteten Verteidigungsanlagen war verloren, bevor der Kampf überhaupt begann.Sicherheit ging vor Bequemlichkeit. Wer auf einer Burg wohnte, lebte in Verhältnissen, wie man sie heutzutage nicht einmal mehr in einem Londoner oder Hamburger Obdachlosenasyl antrifft. Gewöhnlich gab es nur einen einzigen Raum, der geheizt werden konnte. Er war dem Burgherrn und seiner Familie vorbehalten. Das Gesinde hauste in engen und feuchten Gelassen, deren Temperatur zur Winterszeit um den Gefrierpunkt schwankte. Schon der bloße Gedanke, die Kleider abzulegen und sich zu waschen, machte die Menschen schaudern. Trotzdem fühlten sie sich bevorzugt gegenüber jenen, welche zwar warm, aber nicht sicher saßen. Sie brauchten wenigstens nicht zu fürchten, daß irgendein Schnapphahn über sie herfiel und sein Mütchen an ihnen kühlte. Im allgemeinen hielt der fehdelustige niedere Adel Vorsicht für den besseren Teil der Tapferkeit. Statt sich an den festen Mauern der Burgen die Stirn blutig zu stoßen, plünderte er lieber die Dörfer. Auf jeden im Kampf gefallenen Ritter kamen hundert hinterrücks erschlagene Bauern.Schönheit war im Burgenbau meist nur das unbeabsichtigte Nebenprodukt des Strebens nach dem Zweckmäßigen. Der spätromanische Palas der Wartburg und die Doppelkapelle der Neuenburg wurden schon zur Zeit ihrer Entstehung wie Weltwunder angestaunt. Dergleichen konnte sich der reiche Landgraf von Thüringen leisten, auch noch der Stauferkaiser Friedrich Barbarossa und der Sachsenherzog Heinrich der Löwe, aber nicht der kleine Lehnsmann. Der niedere Adel mußte zufrieden sein, wenn es zum Notwendigen langte. Der Wandel der Kunststile beeinflußte die Militärarchitektur lediglich in Ausnahmefällen - im Unterschied zur fortschreitenden Entwicklung der Waffentechnik, die alle Bauherren zwang, sofort die nötigen Schlußfolgerungen zu ziehen.Im 10. Jahrhundert genügten Erdwälle und Pfahlwerke, um die Angreifer in respektvoller Distanz zu halten. Steinerne Befestigungsanlagen gehörten damals zu den ganz seltenen Ausnahmen. Sie wurden noch nicht gebraucht. Die Reiterheere der Ungarn, deren wiederholte Einfälle den frühfeudalen deutschen Staat in seiner Existenz bedrohten, waren im Belagerungskrieg so unerfahren, daß sie 955 nicht einmal das nur mit Wassergräben und Palisaden gesicherte Augsburg zu bezwingen vermochten. Erst im 11. Jahr-II

Termékadatok

Cím: Burgen Und Schlösser [antikvár]
Szerző: Georg Piltz Karl-Heinz Böhle
Kiadó: VEB F. A Brockhaus Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 240 mm x 280 mm
Georg Piltz művei
Karl-Heinz Böhle művei
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