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BURGEN UND SCHLÖSSER IN DEN BÖHMISCHEN LÁNDERN
Die Burgen und Schlösser in den böhmischen Lcindern sind Zeugen denk-würdiger geschichtlicher Ereignisse, Schaupldtze von Begebenheiten der Landes- und Völkergeschichte, die ihre eindringlichen Spuren in Werken der Kunst, Literatur und Musik hinterlassen habén.
ihre Schicksale begleiteten die groBen Veránderungen im Leben der Nation, aber sie blieben nicht unberührt von Einflüssen aus aller Herren Lándern. Sie künden und berichten von frühen Formen der Besiedlung des Landes, von strategischer und fortifikatorischer Technik, von machtpolitischen Auseinandersetzungen, von Kámpfen der königfichen Hausmacht um ihren Besitz mit den machtigen Geschlechtern des Landes, vom EinfluB geistlicher Fürsten und Institutionen, aber auch vom heldenmütigen Widerstand niemals ganz zum Stillstand gekommener Untertanenrevolten, von Leibeigenschaft und Robot, von Aufklarung und Toleranz, von liebevoller romantischer Ver-senkung in die Vergangenheit, von Sammlerleidenschaft, von den Schicksalen ihrer Bauherrn und Architekten, ihrer Bewohner und auch ihrer zeitweiligen Gaste.
In ihrer baulichen Entwickiung rufen die Vesten, Burgen, Schlösser, Jagd-und Sommersitze die bunte Folge aller Bau- und Stilformen in Erinnerung, mit denen die böhmischen Lánder Anteil an der Stilgeschichte des Kontinents besitzen. Schier unübersehbar ist ihr Anteil in den Bereichen kulturgeschicht-licher Beziehungen des tschechosSowakischen Volkes zu seinen Nachbarn. In der Geschichte der Burgen und Schlösser spiegeln sich nicht nur Dynastien-geschichte, Genealogie und Hausmachtspolitik, sondern so gut wie alle gesell-schaftlichen Veránderungen innerhalb der Lebensformen seiner Bewohner Darüber hinaus sprechen den Besucher manche Erinnerungen und Tradi-tionen von einmaliger Bedeutung an, die den Besuch dieser Denkmáler zu einem einzigartigen Erlebnis machen.
Die Prager Burg war wiederholt Schauplatz weltgeschichtlicher Ent-scheidungen. Unter dem gröBten mittelalterlichen Herrscher Böhmens, Kari IV., war sie Sitz der Reichsgewalt. Von hier nahm spater der DreiBig-jdhrige Krieg seinen verhángnisvollen Ausgang und unter der Burg dann sein Ende. Von deutschen Dichtern hat Clemens Brentano in der ,,Gründung Prags" die geschichtliche Gloriole des Hradschin und der „Goldenen Stadt4< besungen. - Burg Karlstejn hütete lange Zeit die staatsrechtlichen Symbole Böhmens und die Reichskleinodien. Neben den heimischen Dichtern habén vor allém deutsche Romantiker die einzigartige Würde des Karlstein besungen. Friedrich Schlegel preist in seiner Anrede an die böhmischen Patrio-