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Unterwegs im Burgenland
Mit der Sclinellbalin sind wir nach Wilfleinsdorf (bei Bruck/Leitha) gefahren und von dort über die Leithakanalbrücke nach Königshof gegangen. Am Anfang der Brücke waren wir noch in Niederösterreich, an ihrem Ende bereits im Burgenland
Wir wollten die Ruinen des „Öden Klosters" bei Königshof aufsuchen, weil wir jenen Platz sehen wollten, auf dem nach dem Willen der Mönche von Stift Heiligenkreuz im Wienerwald das Kloster neu errichtet werden sollte Stift Heiligenkreuz am Leithagebirge!
Erst 1962 ist vom Heiligenkreuzer Stiftsbibliothekar Pater Hermann Watzl diese kuriose Geschichte von der geplanten Klosterverlegung veröffentlicht worden. Markgraf Leopold der Heilige hatte 1133 das Kloster im Wienerwald gegründet. Aber dann schenkte Ende des 12. Jahrhunderts der Magyarenkönig Béla III. den Zisterziensern ein Stück Land an der Leitha, worauf sie spontan beschlossen, ihr Kloster dorthin zu verlegen. Zur gleichen Zeit hatten sie auch ein Stück Land im heutigen Mittelburgenland erhalten, wo sie 1195 die Abtei Marienberg gründeten. Mit der Verlegung des Stammklosters aus dem Wienerwald an die Leitha meinten sie, eine bessere Basis für die Ausbreitung des Ordens in den Osten gefunden zu haben. Es dürfte aber noch einen anderen Grund dafür gegeben haben: Den Zisterziensern, die auch in strengsten Wintern in ungeheizten Räumen leben mußten, wird das sonnige Flachland weitaus mehr zugesagt haben als der unwirtliche Wienerwaldwinkel.
Die Patres hatten es sehr eilig mit der Klosterverlegung. In den Jahren 1206-1209 waren bereits die meisten Mönche an die Leitha übersiedelt und hatten dort mit dem Bau einer großen Kirche begonnen. Aber dann
dann verbot der Generalabt der Zisterzienser im fernen Frankreich diese Übersiedlung. Mönche müssen gehorchen. Der Bau wurde eingestellt.
Auf der Klosterwiese (wie der Platz jetzt noch heißt) entstand bloß ein von Laienbrüdern betreuter kleiner Wirtschaftshof. Und nur ein Teil der geplanten großen Klosterkirche wurde zu einer kleinen Kapelle ausgebaut, welche nach einer Zerstörung im 15. Jahrhundert in gotischem Stil wiederhergestellt wurde. Ein neuer Wirtschaftshof entstand dann im 17. Jahrhundert auf dem Platz des heutigen Ortes Königshof. Auf der Klosterwiese weideten fortan nur noch Ziegen und Schafe bei der in den vielen Kriegen immer mehr zur Ruine werdenden Kapelle.