Bővebb ismertető
ZUM GELEITEs ist ein merkwürdiges Zusammentreífen, daB ich am Tage seines Todes - aber noch ohne von diesem zu wissen - den Bericht über seine Wirksamkeit an der Münchner Oper zu schreiben begann. Ein paar Monate des Sammelns von Dokumenten, Briefen, Bildern, von Besuchen bei ihm selbst in Ehrwald und bei ihm nahestehenden Mit-arbeitern waren vorausgegangen und hatten bereits die Dispositionen für die Einteilung der Arbeit ermöglicht. Der unerwartete Tod nach einem Konzert auf der deutschen Industriemesse in Mexiko-City (am 16. 5. 1954) hat seine glánzende künstlerische Laufbahn plötz-lich abgebrochen.Mein Buch wurde durch sein Hinscheiden leider des Beitrages von ihm selbst beraubt, den er mir wáhrend einer Beratung über die formaié Anlage der Schrift versprochen hatte. Um so mehr werde ich mich bemühen müssen, die groBartige und wahrhaft vorbildliche Persönlichkeit des Theaterleiters und Meisterdirigenten mit der not-wendigen Deutlichkeit für diejenigen zu schildern, welche die Aus-wirkungen seiner Arbeit zwar in vielen Musteraufführungen gespürt habén, ohne aber vielleicht den Grund ganz zu erkennen, der seine Leistúngen aus dem üblichen Betriebe des Theaters emporhob.Krauss wáre es hier nicht um die Würdigung seiner Person gegan-gen. Solch einer Bestátigung seines Erfolges bedurfte er nicht mehr. Sein leidenschaftlicher Wunsch aber war, die Erkenntnisse, die er am Ende einer dreihundertjáhrigen Geschichte der Oper gewonnen hatte, nicht gánzlich in Verlust geraten zu lassen.Wenn sich im Verlaufe dieser Untersuchung aus Gegenüberstel-lungen von falsch-richtig" der Schein einer kritischen Würdigung im Sinne von NUR KRAUSS! ergibt, so liegt der Irrtum beim Be-trachter. Krauss wünschte niemals primár für sich den Erfolg. Er kámpfte für die Erhaltung einer Kunstform, die ihm als sublimes Zeugnis unserer Kultur höchste Lebenserfüllung bedeutete. Der Erfolg des rein dargestellten Werkes war das für ihn beglückendste Arbeitser gebnis.