Bővebb ismertető
'-I ! '1 !ill: ' ' 1. '! ' " . !I i ti".; i ,.1^:;;. ;iV,ri.:^-iiiVf U'.ffl'vti \ !i: 'll.iUPI1EinleitungJohann Wolfgang Goethe war nicht der einzige der namhaften Bewunderer Prags, der, ohne zu zögern, die altertümliche und vornehme Schönheit dieser Stadt pries, sie eine wahre Königsund klassische Stadt nannte. Bis auf den heutigen Tag gilt Prag als schöne, an Denkmälern reiche Stadt, als Lehrbuch der Baustile und als Schatzkammer künstlerischer Werke für das tschedrische Volk aber bedeutet es mehr: Prag ist seit alters das pulsierende Herz des Landes.Von dem Augenblick an, da der Name Prag in der tschechischen Geschichte auftaucht, nimmt er in ihr einen Ehrenplatz ein. Niemals, nicht einmal unter dem zentralistischen Joch des Habsburger Staates im 17. und 18. Jahrhundert, hörte Prag auf, das Haupt des Landes zu sein. Prag blieb es in guten wie in schlechten Zeiten. Es erfreute sich des Ruhmes, Sitz der böhmischen Fürsten und Könige zu sein, kämpfte gegen fremde Eindringlinge, die nach Unterwerfung des tschechischen Staates strebten, stellte sich an die Spitze der hussitischen revolutionären Bewegung, mußte nach der Schlacht am Weißen Berg [Bila Hora] den Kelch der Bitternis bis zur Neige leeren und wurde zum Zentrum der Bewegung der nationalen Wiedergeburt.Die Geschichte Prags darf man nicht mit der Geschichte des tschechischen Staates und des tschechischen Volkes identifizieren, weil auch die Stadt mit ihren Problemen lebte; andererseits jedoch ist es kaum möglich, eine scharfe Grenze zwischen der Geschichte der Stadt und der des Landes zu ziehen. Die Ereignisse, die sich in Pragabspielten, hatten oftmals für den ganzen Staat tiefere Bedeutung als für die Stadt, und umgekehrt war Prag oft genug Schauplatz von Höhepunkten in der Geschichte des Staates.Die steinerne Stadt wuchs mehr als tausend Jahre lang, an jenen Fluß angelehnt, der ihr die lebenspendende Kraft und den ungewöhnlichen Reiz verlieh, sich an ihr aber auch durch verheerende Katastrophen rächte. Sie erlebte Epochen des Aufschwungs und des Niedergangs, lenkte in ernsten Zeiten die Blicke ganz Europas auf sich und fiel wieder der Vergessenheit anheim, vermochte sich auf die Sonnenseite der Konjunktur zu schlagen und versank nach geraumer Zeit wieder in wirtschaftlicher Stagnation. Die Stadt wurde durch Kriege, Brände und Beschuß von Belagerern verwüstet, zollte Seuchen und dem Wüten der Soldateska Tribut, ihrem Äußeren wurde durch die Willkür von Festungsbaumeistern sowie durch den Unverstand gründerzeitlicher Unternehmer Gewalt angetan doch trotz all dieser Kränkungen erlebt sie die Gegenwart als einzigartige künstlerische Symbiose. Streng historisch betrachtet, ist diese Stadt stilistisch kein einheitliches Ganzes, das man gotisches oder barockes Prag nennen könnte, sondern eher ein Beweis dafür, wie sich im Laufe von Jahrhunderten die städtische Bebauung gemäß den Gesetzen ihrer Zeit entwickelte, wie sich die individuellen Stile gegenseitig absorbierten und respektierten und wie unmittelbar aus der historischen Situation heraus die Bedingungen für die städtebaulichen Konzeptionen geschaffen worden sind.Vor allem in diesem Sinne blieb Prag mit seinem Reichtum an Denkmälern ein umfassendes Lehrbuch für die Entwicklung einer europäischen Stadt.7