Bővebb ismertető
VORWORT11 gemein gilt, daß der moderne Venezianer wie ein Fremdling in seiner eigenen Stadt lebe, mit deren Vergangenheit ihn nichts Lebendiges mehr verbinde. Man glaubt, er vermöge über das alte Venedig nicht mehr auszusagen, als was jeder selbst aus künstlerischen, wissenschaftlichen und andern Denkmälern gewinnen kann.Es gibt ein Gebiet, das diese Meinung zerstören kann. Es liegt dort, wo in Venedig um die Daseinsmöglichkeit gerungen wird. Dort finden sich noch Reste jener Eigenschaften, die einmal weltgeschichtliche Bedeutung gehabt haben. In der vorliegenden Arbeit wurde versucht, solch verkrochene Überbleibsel bis in die Zeiten zurückzuverfolgen, in denen sie in voller Entfaltung gewirkt haben. Durch diese Aufgabenstellung scheidet die Arbeit aus der Reihe der Werke aus, die ein vollständiges Bild der alt-venezianischen Kultur erschaffen wollen. Nicht die ganzen Fassaden des Kulturgebäudes sollen hier nachgezeichnet werden, nur einzelne Fenster dieses Baues, durch die hindurch von verschiedenen Seiten das eine Antlitz des eigentlichen Venedig sichtbar wird. Eine Anschauung der Macht wurde also gesucht, die Träger jener Eigenschaften war und die das blendende Kulturgebäude geschaffen hat.Die Methode, die bei diesen Bestrebungen angewandt wurde, ist Rud. Steiner verdankt. Sie ergibt sich von selbst, wenn man sich bemüht, den als Theorie auftretenden Teil seines Werkes in der Praxis zu erproben. Man ist dabei gehalten, zu der Betrachtung des Weltgeschehens und der Folgen der eigenen Taten und zu der logischen Durchdringung der Gedanken noch die genaue Beobachtung der Wirkungen hinzuzufügen, die dieses Geschehen und diese Gedanken im eigenen Innern haben. Naturgemäß tritt dadurch eine