Bővebb ismertető
Verehrte Leser!
Wenn ein Mensch fast achtzig Jahre alt ist, hält er oftmals Rückschau auf sein Leben. Er überlegt, in wie weit er seine vorgegebenen und seine selbst gestellten Ziele erreicht, seine Einstellung zum Leben verwirklicht hat. Dabei legt er sich die Fragen vor, ob er in allen Zeiten, in jeder Situation und unter allen gegebenen Umständen seine für richtig erkannten Verhaltensnormen ehrlich vertreten hat, ob er im Zusammenleben mit seiner Familie, den Arbeitskollegen und vielen anderen Menschen deren Denken und Handeln positiv zu beeinflussen vermochte und ihre Anregungen für sein eigenes Tun richtig verstanden hat. Es geht ihm um die Beziehungen zwischen seiner Umwelt und sich selbst. Schließlich sucht er, seinen heutigen Standort zu fixieren und zu begründen.
Ist eine fast achtzigjährige Gedenkstätte für einen Mann, der in Pflichterfüllung und mit hervorragender Schöpferkraft begabt einmalige Leistungen vollbrachte, nicht mit einem Menschen vergleichbar? Ist sie nicht auch ein lebendiges Wesen, das in und für seine gesellschaftliche Umwelt wirkt, von ihr beeinflußt wird und gleichzeitig die Gedanken und Gefühle der Besucher des Hauses ein wenig prägt? Weil diese Fragen zu bejahen sind, wird hier die Geschichte des Bachhauses und seiner Arbeitsweise beschrieben und als kommentierte Chronik der Öffentlichkeit vorgelegt. Mit umfangreichem Faktenmaterial aus den Archiven des Hauses selbst, der Neuen Bachgesellschaft und der Stadt Eisenach wird seine wechselvolle Entwicklung von den baugeschichtlichen Anfängen, über den Erwerb des Hauses durch die Neue Bachgesellschaft und die Einrichtung des Bach-Museums bis zu seinem heutigen Wirken als einer international geachteten Bach-Gedenkstätte verfolgt. Dabei finden die für Eisenach gesellschaftlich wichtigen Ereignisse und das öffentliche Musizieren Bachscher Kompositionen ebenso wie die Arbeit der Neuen Bachgesellschaft Erwähnung in einem Maß, das die gegenseitige Befruchtung, aber auch Rückschläge und Probleme deutlich werden läßt.
Allen Kollegen, die der Autorin Ratschläge für diese Arbeit gaben, soll an dieser Stelle herzlicher Dank ausgesprochen werden. Besonderer Dank gilt Eberhard Matthes und Isolde Lehmann, deren Forschungsergebnisse über die Besitzerfolgen in den verschiedenen Eisenacher «Bachhäusern» bzw. die Baugeschichte des Hauses Frauenplan 21 hier übernommen werden durften.
Möge dieses Büchlein seinen Weg zu den Freunden des Bachhauses in gleichem Smne finden, wie ihn das Bachhaus selbst zu verwirklichen strebt: Ein Stückchen Wissen vermitteln und dabei Freude zu bereiten.
Eisenach, September 1983
Ilse Domizlaff