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Hans von Keler
Zum Geleit
»O Gott, komm uns zuhilf, denn Menschenhilf ist kein nütz« - so schrieb im September 1634, nach der Schlacht bei Nördlingen, der Schriftführer des Stuttgarter Konsistoriums auf den Rand des Sitzungsprotokolls. Durch die verheerende Niederlage der protestantischen Tmppen schien das Schicksal der evangelischen Sache zumindest im Herzogtum Württemberg besiegelt zu sein.
100 Jahre zuvor war die Reformation, ebenfalls im Gefolge eines kriegerischen Ereignisses, der Schlacht bei Lauffen am Neckar, offiziell und verbindlich im Land eingeführt worden. Damals hatte der vertriebene Herzog Ulrich sein Land zurückgewonnen und zwei Tage später, am 16. Mai 1534, in der Stiftskirche zu Stuttgart die erste öffentliche evangelische Predigt halten lassen. Wir feiern diesen Tag als den Anfang der Evangelischen Landeskirche in Württemberg.
Politische Fragen und handfeste Machtpolitik spielen am Begirm unserer Landeskirche unübersehbar ihre Rolle. Vieles mußte dazu helfen: die Sicherheitspolitik Frankreichs imd der Neid der katholischen Bayemherzöge auf die Habsburger, die Niederlage des deutschen Kaisers in Tunis und die Bedrohung Mitteleuropas durch die Türken, die politische Strategie eines hessischen Landgrafen und die Zuneigung der Schwaben zum angestammten Fürstenhaus, aber auch Wort und Weg Martin Luthers und der Verkündigungsdienst vieler Prediger. »Hominum confusione et dei Providentia«, durch menschliche Verwirrung und göttliche Vorsehung - der Weg der Kirche ist allzeit dadurch markiert. Kirche ist hineinverflochten in die Geschichte dieser Welt, ob wir es wollen oder nicht.
So grundverschieden jene beiden geschichtlichen Ereignisse sind, der hoffnungsvolle Aufbruch und das andere scheinbare Ende - in beiden wird der Ruf laut zur eigentlichen Kraft, aus der die Kirche entsteht, erhalten wird und sich emeuert: Gottes Wort, das Evangelium von Jesus Christus. Das Stoßgebet des Konsistorialschreibers hat seinen Platz nicht nur in der Stunde äußerster Bedrängnis. Ein einziger Satz faßt hier reformatorischen Glauben und evangelisches Lebensgefühl zusammen: vollkommene Konzentration allen Vertrauens auf den Heilswillen Gottes; Kreuzestod und Auferstehung Jesu Ghristi künden diesen Willen Gottes. Zugleich geraten wir damit in befreiende Distanz zu allen Möglichkeiten des Menschen, der Mächtigen, der Bösen und Guten - selbst der Kirche in ihrer Menschlichkeit und Allzumenschlichkeit.
Heimkehr in Gottes geheimnisvolle Macht an der Grenze aller unserer Möglichkeit - Heimkehr in Gottes Wort, in dem uns Gottes
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Die Stuttgarter Stiftskirche ist über Jahrhunderte hinweg die evangelische Hauptkirche in der Mitte der Landeshauptstadt geblieben. An ihrer Stelle stand eine frühe romanische Stadtkirehe. Unter dem Chorist eine Grablege des württembergischen Herrscherhauses, und unter der Kanzel liegt Johaimes Brenz, Reformator und Stiftspropst von rss3 bis 1570, begraben.