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EINLEITUNGMeine Manuskripte, meine Briefschaften, meine Sammlungen jeder Art sind der genausten Fürsorge wert Ich habe nicht nach Laune oder Willkür, sondern jedesmal mit Plan und Absicht zu meiner eignen folgerechten Bildung gesammelt und an jedem Stück meines Besitzes etwas gelernt. In diesem Sinne möchte ich diese meine Sammlungen konserviert sehen. Der Weimarer Kanzler Friedrich von Müller schrieb diese Äußerungen Goethes auf, als der Dichter mit ihm am 19. November 1830 die Abfassung seines Testaments besprach. Goethes Nachkommen haben die Wünsche beherzigt. Als 1885 der letzte seiner Enkel, Walther Wolf gang von Goethe, starb, vermachte er testamentarisch das Haus am Frauenplan mit der gesamten Einrichtung und allen Sammlungen dem Staat Sach-sen-Weimar. Sämtliche Manuskripte wurden Großherzogin Sophie übereignet; sie bilden den Grundstock des heutigen Goethe- und Schiller-Archivs. Diese testamentarische Regelung entsprach ganz den Vorstellungen Goethes: Sein gesamter Nachlaß ging in öffentlichen Besitz über, vor allem blieb er beieinander, und zwar wie es seine Hoffnung gewesen war in Weimar.Erst 1885 zeigte sich der ganze Reichtum der Goetheschen Hinterlassenschaft. Die Kunstsammlung umfaßte mehr als 26 000 Gegenstände, darunter etwa 9 000 graphische Blätter, fast 2 000 Medaillen, nicht zuletzt rund 2 000 Goethesche Handzeichnungen. Dazu kam die Bibliothek mit annähernd 8 000 Bänden und schließlich die umfangreiche naturwissenschaftliche Sammlung; allein die Gesteinssammlung zählte 18 000 Stücke.Mit der Gründung des Goethe-Nationalmuseums im Jahre 1885 begannen die Bemühungen, der Öffentlichkeit einen Einblick in Goethes Sammlungen zu gewähren. Schon 1890 wurde das Dachgeschoß, wo einst Goethes Sohn August mit seiner Familie gewohnt hatte, zu Ausstellungsräumen umgebaut. Da der Platz jedoch eng begrenzt war, entschloß man sich Anfang unseres Jahrhunderts zu einer baulichen Erweiterung. 1913 wurde äußerlich an das Goethesche Wohnhaus angeglichen am Eingang zur Seifengasse ein Nebengebäude errichtet, das die Goetheschen Sammlungen und die vom Goethe-Nationalmuseum selbst angelegte Kunstsammlung aufnehmen sollte. Zum erstenmal ließen sich jetzt die Sammlungen3