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Am 21. Januar 1971 konterfeite ein Münchner Boulevardblatt das Maximilianeum und setzte unter diese Abbildung den Text: Im Maximilianeum fand heute vor hundert Jahren die stürmische Debatte über die Annahme des Vertrags der Reichsgründung statt. Freilich, stürmisch war diese Debatte wohl! Sie dauerte an die zehn Tage und es ging dabei um die entscheidende, bis heute nachwirkende Frage, ob das Königreich Bayern nach dem getreulieh miterfochtenen Sieg über den angeblichen Erbfeind Frankreich in das von Bismarck erzwungene Deutsche Reich eintreten und damit künftig einem Kaiser unterstehen sollte. Zumindest von seinem König Ludwig II. her gesehen war ja Bayerns Bundesgenossenschaft nicht ganz freiwillig gewesen, ging auf das Schutz- und Trutzbündnis zurück, das 1866 die damals im deutschen Bruderkrieg unterlegenen Bayern mit Preufien schliefien műiken. Weil man aber nun so brav gegen Frankreich mitgesiegt hatte, sollte auch die Reichsgründung so einigermafien bayerischen Vorstellungen entsprechen. Doch ein deutsches Erbkaisertum als preufiische Dauereinrichtung war keineswegs nach König Ludwigs Geschmack, der in Erinnerung an die Wahlkaiser des vergangenen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation davon tráumte, dafi eines Tages auch das bayerische Herrscherhaus der Wittelsbacher diese Krone gewinnen könnte. Darum und nicht zuletzt noch in der ernsten Sorge um das Heranwachsen eines sporenklirrenden Einheitsstaates die stürmische Debatte, und insoweit war die eingangs zitierte Bildunterschrift richtig. Nur die Ortsangabe stimmte nicht, sie ging um genau 78 Jahre daneben. Wieso? Das Maximilianeum - dort ist doch der Landtag zu Hause? Schon, aber erst seit 1949. Doch dieser Irrtum steht nicht alléin, wenn es ums Maximilianeum geht. Da wurde beispielsweise in eben jenem Jahr 1949 gesagt, dafi man es hier mit dem schönsten Parla-