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DER GRAUE ASPHALT DER KALVERSTRAAT LIEGT noch in morgendlicher Stille. Auf dem Frederiksplein gáhnt die Leere. Noch hüpfen die Spatzen unbekümmert zwischen den Strafienbahnschienen der Weteringschans. Amsterdam hat nicht die Absicht, schnell wach zu werden. Unter den vielgestaltigen Dáchern schlafen alle noch fest; die Angestellten, die Ladenmádchen und die Fabrikarbeiter. Aber irgendwo sitzt ein Mann auf dem Rand seines Bettes und zieht sich die Socken an. Der Gemüsemann mufi früh aufstehen, denn schon um 5 Uhr morgens beginnt der Betrieb in den Markthallen. Der Strafienbahnschaffner zieht sich die Uniform für den Frühdienst an. Aber aufier dem Polizeibeamten im Strafiendienst und dem in der Morgendámmerung nach Hause kommenden Nachtbummler ist keine Menschenseele auf dem Rokin oder auf dem Damrak. Man kann noch kreuz und quer über den Muntplein gehen, ohne überfahren oder aufgeschrieben zu werden. Eigenartig und schön ist eine Stadt, die aufwacht. Es ist, als ob sie sich erst noch ein letztes Mai geniefierisch streckt, ehe sie den Hunderttausenden erlaubt, sich in das Getriebe des táglichen Lebens zu stürzen; ehe die Milchkannen rasseln, Autós hupen, die Verkehrspolizisten ihre Posten beziehen, und ehe die Taube, die vom Westertoren herabáugt, feststellen kann, dafi da untén wieder alles wie üblich herumrennt. Einen Augenblick noch herrscht tiefste Ruhe. Die Stadt mit allén Parks, Báumen und Grachten holt noch einmal tief Atem. Gleich ist keine Zeit mehr dafür. Dann fángt die Arbeit an.