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Tadellose Ruhmrede auf die Stadt Konstanz FÉLIX MATER CONSTANTIA! Glückliche Mutter Costnitz! So rief Dir das Mittelalter schon zu und hatte in frommer Vergleichung wohl auch erhaben gesungen: Und Du, Konstanz im badischen Lande, bist mitnichten die geringste unter den Stádten des Reiches! Eine Stadt bist Du, die gelobt sein will und soll: Metropole einer mittelmeerischen VerheiBung auf alemannischem Grund, facettenreich geschliffener Edelstein, gefaBt in Wasser, Wogen, Wald und Wiesengrün, aussichtsreiche Gelegenheit zwischen den schwábischen Höhen und den alpinen Gipfeln, eine von Geschichte gewogene und nicht zu leicht befundene Urbanitát, als gegenwartstüchtige Bürgerversammlung, ein Ort hoffnungsfroher Zukunft. Damit die huldigende Rede und ihr überbordender Preis nicht klingt wie verseligender Nachruf, sei's, bevor der Ruhm des Gewesenen sich ausbreitet in erlesenen Einzelheiten, lauthals verkündet: Du lebst, blühst, gedeihst, bist fruchtbar und mehrest Dich seit Jahren an Menschen, Eingemeindungen, Wirtschaftsflor und Gelehrsamkeit, bist reich an offenen und überbauten Bádern, láBt die tönenden und mimischen Künste zur Lust Dir aufspielen, verbreitest weithin Lebensluft und -duft um Dich: Konstanz, Du bist zum Aufatmen! Was gibt dem Lobredner das Recht, Dir, die Du in hochwürdigem Altér und trotz mancherlei Zufálle noch so lebens- und leibesüppig bist, so viel Verehrung zuzusprechen?