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Leonardo B. Dal Maso - Das Rom der Cäsaren [antikvár]
 
VORWORT Jeder Versuch, das Aussehen Roms zur Zeit der Cäsaren geistig wiedererstehen zu lassen, sich vorzustellen, wie die großen geschichtlichen Ereignisse dort stattfanden, wie sich das private und öffentliche Leben in einer Stadl vollzog, die vierzehn Jahrhunderte überdauerte und durch Kriegsgeschehen und Naturkatastrophen, Brände und Wiederaufbau, Umgestaltungen und Verunstaltungen durch Menschenhand ständig ihr Gesicht veränderte, ist eine schwierige, aber faszinierende Aufgabe. Es ist eine Aufgabe, die großes...
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VORWORT Jeder Versuch, das Aussehen Roms zur Zeit der Cäsaren geistig wiedererstehen zu lassen, sich vorzustellen, wie die großen geschichtlichen Ereignisse dort stattfanden, wie sich das private und öffentliche Leben in einer Stadl vollzog, die vierzehn Jahrhunderte überdauerte und durch Kriegsgeschehen und Naturkatastrophen, Brände und Wiederaufbau, Umgestaltungen und Verunstaltungen durch Menschenhand ständig ihr Gesicht veränderte, ist eine schwierige, aber faszinierende Aufgabe. Es ist eine Aufgabe, die großes Einfühlungsvermögen erfordert, und bei der man sich, will man sich nicht im Reich der Phantasie verlieren, nur an die uns erhalten gebliebenen archäologischen Überreste und an die Überlieferungen antiker Schriftsteller halten kann - in beiden Fällen jedoch müssen wir uns auf das beschränken, was uns in sehr fragmentarischer Form erhalten geblieben ist. Und ein solcher in sich selbst notgedrungen schon fragmentarischer und lückenhafter Rekonstruktionsversuch wird noch dadurch erschwert, daß man die kärglichen und verfallenen Überreste der antiken Stadt aus den lebendigen Monumenten und dem urbanisti-schen Gewebe der Stadt der Päpste wie der modernen Stadt, die sich über die antike Stadt gelagert haben, wieder herausschälen muß. So haben denn auch die von der Antike begeisterten Reisenden von Petrarca bis Goethe, von Byron über Gogol bis Stendhal stets Monate, ja selbst Jahre damit verbracht, die Geheimnisse des alten Roms aufzuspüren und zu verstehen, denn ein langer Aufenthalt in dieser Stadt galt als unentbehrliche Grundlage für eine humanistische Bildung. Auch wenn heute für den Besucher durch die archäologischen Grabungen und die Restaurierung vieler Bauwerke die Zeugnisse der antiken Welt zahlreicher geworden sind und dem Besucher somit der Zugang zu ihr leichter wird, sind lange Aufenthalte in Rom durch den aufreibenden Rhythmus des modernen Lebens und durch die Hast, die es uns aufzwingt, sehr sehen geworden. Schon der sogenannte Massentourismus, der täglich unzählige Scharen von wissensdurstigen Reisenden nach Rom bringt, die sich jedoch an kurze und gedrängte Stadtbesichtigungen in begrenztem Zeitraum halten müssen, macht solches unmöglich. Diese Touristen müssen die Befriedigung ihrer kulturellen Interessen und ihr Verständnis der antiken Welt und ihrer Kunstwerke fast ausschließlich der Kompetenz und dem Wissen der Reiseführer überiassen. Unter diesen hat es Leonardo Dal Maso als erster gewagt, aus seiner zwanzigjährigen Erfahrung dem Rombesucher ein Buch vorzulegen, das der mündlichen Führung, die notgedrungen summarisch bleiben muß, zur Erweiterung und Ergänzung dienen kann. Seine Ausführungen nehmen vor allem eine geschichtliche Einordnung der Bauwerke und Monumente unter urbanistischem Aspekt vor und erlauben so, die baugeschichtliche Entwicklung der antiken Stadt zu rekonstruieren, zunächst in einem breiteren allgemeinen geschichtlichen ÜberbUck, darauf in einer Beschreibung der wichtigsten Baukomplexe (Palatin, Forum, Kapital, Kaiserforen): darauf folgt dann eine typologische Zusammenfassung einiger Bauwerke, um so einen notwendigen Vergleich mit ähnlichen zu erleichtern (Theater, Zirkusanlagen, Thermen, Triumphbögen): zuletzt finden wir Einzelbeschreibungen einiger besonders wichtiger Bauwerke, wie z.B. des Kolosseums, des Pantheons, des Friedensaltars des Augustus (Ära Pacis). Alles ist mit den unvermeidlichen geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Daten versehen, aber das Ganze wird, wie bei einer Konversation, durch Anmerkungen, Episoden, merkwürdige Ereignisse aus Berichten antiker Schriftsteller lebendig gemacht, und so finden sich geschichtliche Angaben zusammen mit Argumenten allgemeinen Charakters wie Religion und Tempel, Straßen und Verbindungswege, Arbeit und Arbeiter. Dieses Buch beabsichtigt also weder, eine systematische Abhandlung zu sein, noch eine trockene Liste von Daten und technischen Beschreibungen zu liefern. Auch folgt es keiner strengen Methodik wie ein Handbuch oder ein Reiseführer mit topographischen oder historisch-chronologischen Kriterien. Doch enthält es von allen diesen Typen die grundlegenden Elemente, und es bietet dem Leser und Besucher die Möglichkeit, in möglichst menschlicher Weise den Geist der Antike anhand ihrer Monumente zu erfassen; nicht zuletzt aber zeigt es Wege zu einer größeren Vertiefung der Kenntnisse. Zu letzterem dient auch der flüchtige excursus über die Kapitolinischen Museen, der zu einem Kennenlernen der klassischen Werke auf dem Gebiet der Bildhauerkunst einlädt, in diesem wie in anderen Museen der Stadt: dem Antiquarium des Forum Romanum, sowie der Hadrians- Villa und dem Museum in Ostia Antica, denen man eigentlich einen besonderen Band widmen müßte, um dem Bild des antiken Lebens gerecht zu werden. Zwei weitere notwendige Erweiterungen dieses Aspekts sind gegeben durch eine gedrängte Beschreibung der beiden monumentalen Zentren von Ostia und der Hadrians- Villa in Tivoli, die, obwohl sie außerhalb der Stadtmauern lagen, durchaus zum antiken Rom gehörten: Ostia als Satelliten-Stadt in Hinblick auf Handel, Lebensmittelversorgung, Hafenleben und Mietshauskomplexe: die Hadrians- Villa hingegen als letzter kaiserlicher Wohnsitz, als souveräne Schöpfung eines Kaisers mit Architektur-Ambitionen, der eine «Idealstadt» schaffen wollte. Mit einer großen Variationsbreite von Themen und Gesichtspunkten, die durch ausgewähltes ikonographisches Material und besonders durch eine Parallelkonstruktion der Monumentalzonen wie der einzelnen Bauwerke ergänzt werden, versucht Dal Maso seinen Zweck zu erreichen, nämlich dem Touristen populärwissenschaftliche Kenntnisse zu vermitteln, die sich mit einer ausreichenden geschichtlichen und kunstgeschichtlichen Information verbinden, sowie den verschiedenen Interessen an Leben und Sitten der Antike Rechnung tragen. Roberto Vighi (Leiter der Antikenabteilung)

Termékadatok

Cím: Das Rom der Cäsaren [antikvár]
Szerző: Leonardo B. Dal Maso
Kiadó: Bonechi-Edizioni "Il Turismo"
Kötés: Varrott papírkötés
Méret: 210 mm x 270 mm
Leonardo B. Dal Maso művei
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