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SCHILLER IN WEIMAR 1799-1805
Schillers erste Beziehung zu Weimar war seine Ernennung zum weimarischen Rat im Dezember 1784 nach einer Vorlesung des ersten Aktes von Don Carlos. Diese Ernennung hatte sich aber für ihn auf Jahre hinaus nicht ausgewirkt. Auch der erste Aufenthalt des in Deutschland bereits angesehenen Dichters in Weimar von 1787 bis 1789 blieb ein Versuch, der zu keiner dauernden Lösung seiner Lebens- und Schaffensprobleme führte. So wurde das benachbarte Jena Schillers Wohnsitz für viele Jahre, wo er als Professor an der Universität wirkte. Das Jenaer Jahrzehnt war vorwiegend historischen und philosophischen Studien und Arbeiten gewidmet. Das karge Gehalt von 200 Talern, das er vom Herzog erhielt, man ist versucht, es ein Almosen zu nennen, unterstreicht schon hier und jetzt die Stellung des Kleinfürsten zu Schiller. Sein geringes Verständnis für ihn, seine persönliche Abneigung gegen manche Seite seiner Kunst bewirkten, daß er immer nur das Allernotwendigste für ihn tat, immer nur so viel, wie erforderlich war, um ihn in Weimar zu halten. Nur in dem Maße, wie Schiller an Ansehen und Ruhm gewann, erhöhte er für ihn die Aufwendungen. Weimar selbst, das Residenzstädtchen mit seinen rund 6000 Einwohnern, war für Schiller nicht anziehend. Erzählt doch ein Unbekannter über seine Reise durch Thüringen in den 90er Jahren des 18. Jahrhunderts: „Unter den 11 000 Menschen" (die Zahl ist zu hoch angesetzt), „welche die Stadt bewohnen, ist bei weitem die größere Zahl eine Rasse von kleinstädtischen Spießbürgern, welchen man weder die Verfeinerung der Hofstadt, noch sonderlichen Wohlstand