Bővebb ismertető
Die Stadt Eger lebt im BewuBtsein der Menschen in erster Linie als Schauplatz eines ruhmreichen Kampfes der ungarischen Geschichte, im Gedenken an den Sieg, den die Verteidiger der Burg Eger im Jahre 1552 über die ganz Európa bedrohenden Türkén errangen. Die Geschichte der Umgebung der Stadt war über lange Zeit eng mit jener der Stadt verknüpft, und erst zu Beginn des 18. Jh. wurde sie unabhángig davon, nachdem sie mit Vertreibung der Osmanen ihre Bedeutung verlor. Zu jener Zeit begann die bürgeriiche Entwicklung der Stadt. Heute jedoch sind Eger und seine Umgebung in Európa nicht mehr so sehr wegen des Triumphes über die Türkén, sondern für ihre barocken Kunstdenkmaler bekannt. Rückblickend auf die Jahrhunderte wird deutlich, daB Eger im 18. Jh. - mit einheimischem, aber vereinzelt auch mit europáischem MaBe gemessen - ein bedeutendes kulturelles, künstlerisches Zentrum war und groBen EinfluB auf die Kultur seiner Umgebung - so des heutigen Komitats Heves - ausübte. Von Mai 1992 bis Mai 1993, das zum internationalen Jahr des Barock erklárt wurde, richtet sich das Augenmerk in ganz Mitteleuropa auf die Barockkunst. Auf jenen künstlerischen Zeitstil, der wáhrend des ersten neuzeitlichen Aufschwungs in Ungarn auch dieses Gebiet eroberte. Das diente uns zum AnlaB, die vom kunsthistorischen Gesischtspunkt ansich gut aufgearbeiteten barocken Kunstdenkmaler der Stadt Eger und des Komitats Heves in diesem Bildband zu veröffentlichen. Mit Hilfe der Bilder gelingt es uns vielleicht, die Vielfalt des Hinterlassenschaftsmaterials der Barockkunst von Eger zu veranschaulichen, das einen sich auf das Leben als ganzes erstreckenden Reichtum und - auch wenn es geographisch verstreut liegt - eine einheitliche Denkweise, Mentalitat widerspiegelt. Gleichzeitig möchten wir jene wichtigen Antriebskrafte nicht unerwáhnt lassen, die zur Herausbildung dieser Kunst auf europáischem Niveau beigetragen habén. Da wir gezwungen sind, unser Thema - die Barockkunst in Eger und im Komitat Heves - innerhalb der gegenwártigen Verwaltungsgrenzen des Komitats Heves zu untersuchen, müssen wir uns darüber im klaren sein, welchen historischen Veránderungen dieses Gebiet unterlag, aus welchen vor allém politischen Gesichtspunkten seine Grenzen immer von neuem festgelegt wurden. Deshalb ist es zweckmáBig, unser Thema ráumlich und zeitlich einzugrenzen. Geographisch gesehen hatte die Barockkunst mit dem Zentrum Eger einen weitreichenderen EinfluBbereich als das heutige Komitat Heves. Dieser erstreckte sich einerseits auf die Diözese Eger - mit 16 Komitaten fast der ganze Osten des Landes -, andererseits auf die Gebiete der vereinigten Komitate Heves und ÁuBeres Szolnok. Eine Vielzahl von Künstlern, Meistern aus Eger nahmen von den Jahren um 1710 an bis zum Ende des Jahrhunderts auf dem erwahnten Gebiet an den weltlichen und vor allém sakralen Bauten Anteil. Beteiligt an der Planung, Ausführung und Einrichtung von Pfarren, Kirchen, Schlössem, Herren- und Bürgerháusern, Gasthöfen und verschiedenen Wirstschaftsgebauden waren durch Vermittlung des Erzbistums Eger oder der Zünfte von Eger örtliche und auslándische Handwerksmeister. KUNSTFORMENDE KRÁFTE NACH DER ZEIT DER TÜRKENHERRSCHAFT, NATIONALITÁTEN, BISCHÖFE, MÖNCHE Die Jahre zwischen 1620 und 1780 waren in ganz Európa die Blütezeit der Barockkunst. In Eger und im Komitat Heves jedoch war diese Zeitspanne zwangsláufig verkürzt, auf annáhernd achtzig Jahre. Infolge der Anwesenheit der alles beherrschenden Türkén eröffnete sich erst nach deren Vertreibung, vom Ende des 17. Jh. an die Möglichkeit für bedeutendes künstlerisches Schaffen. In den ersten Jahren des 18. Jh. verhinderten neuere Kriege, der Freiheitskampf unter Fürst Rákóczi und Pestseuchen die Weiterverbreitung der Barockkunst. Und in den letzten zwei Jahrzehnten des 18. Jh. verstárkte sich der EinfluB der Aufklárung, was in der Kunst mit dem Erscheinen des Klassizismus einherging. Aufgrund der zerrütteten Lebensverháltnisse konnte es zu Anfang des Jahrhunderts nicht zur Herausbildung einer solchen Gesellschaftsschicht kommen, die Auftraggeber für Kunst und Handwerk hatte sein können. Viele Siedlungen auf dem Gebiet des Komitats entvölkerten sich, oder aber ihre Einwohnerschaft hatte derart abgenommen, daB man neben spontánén Einwanderungen sogar mit organisierten Ansiedlungen begann. Angesiedelt wurden in erster Linie Deutsch- und Slowakischsprachige, doch es kam auch vor, daB man ganze Dörfer anstelle von reformierten mit katholischen Ungarn besiedelte. Wesentlich vom Gesichtspunkt der Künste und Handwerke war, daB den Neusiedlern bedeutende Steuervergünstigungen gewáhrt wurden. Der Bischof war auf seinen eigenen Besitztümern besonders auf die Ansiedlung von Handwerkem bedacht, wobei er ihnen für mehrere Jahre Steuerfreiheit zusicherte. Verbunden war die Neubesiedlung auch mit dem Import von Künsten, der verstárkten Wanderung von Handwerksmeistern. Die Zusiedler brachten ihre eigene Kultur, ihre Bráuche mit, die sie bewahrten, wie es Mátyás Béla 1735 über das Zusammenleben der Deutschen, Slowaken und Ungarn im Komitat Heves anschaulich schrieb. Nicht nur im Leben des Komitats, sondern auch der Stadt Eger waren die drei hier lebenden Nationalitáten (Ungarn, Deutsche, Slowaken) bestimmend. Ein guter Spiegel ihrer Rechtsstellung war, daB die Stadt Eger ein von den drei Nationalitáten gewáhlter, aber durch den Bischof bestátigter Magistrat lenkte. Die Egerer Jesuiten zelebrierten Messen und predigten in allén drei Sprachen. Jede der drei Nationalitáten hatte ihre eigenen Prediger. Zu Beginn des 18. Jh. verfügte Eger und das Komitat Heves - aufgrund der bedeutende