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Abzug der Türken aus Székesfehérvár im Jahre 1688. Kupferstich von M. Merian (Konig Stephan der Heilige-Museum)zékesfehérvár (zu deutsch Stuhlweißenburg) - oder wie man es im mittelalterlichen Europa kannte, Alba Regia - ist eine der ältesten ungarischen Städte. Die Historiker datieren ihre Gründung in die Zeit des Fürsten Géza, an das Ende des 10. Jahrhunderts. Der erste ungarische König, Stephan der Heilige, ließ hier eine riesige Basilika errichten, wo er selbst und nach ihm die meisten unserer Herrscher bestattet wurden. Und an diesem Ort krönte man, angefangen bei Péter (1038), dem ersten Nachfolger Stephans des Heiligen, bis hin zu János Szapolyai (1526) und Ferdinand I. von Habsburg (1527), alle Könige Ungarns. Die zu königlichen Hochzeiten, Bestattungen und Krönungen in der Stadt eintreffenden Fremden, ausländischen Gesandten verbreiteten den Ruf ihrer Schön-heit und ihres Reichtums in fernen Ländern. Kurz nach der Eroberung von Buda 1541 fiel auch Székesfehérvár im Jahre 1543 den Türken in die Hände, und später erlangte die Stadt niemals mehr die Rolle, die sie über mehr als ein halbes Jahrtausend in der Geschichte des Landes gespielt hatte. In den folgenden anderthalb Jahrhunderten wurde Székesfehérvár eine der Grenzburgen des Osmanischen Reiches. Als Folge der um ihre Mauern stattfindenden Kämpfe und der wiederholten Belagerungen begann die Stadt langsam zu verfallen.Das christliche Heer zog nach einer zweijährigen Belagerung am 19. Mai 1688 in Székesfehérvár ein. Was die Eintreffenden vorfanden, waren rauchende, verbrannte Trümmer und unsägliche Armut, vomeinstigen Reichtum keine Spur. Völker oder Städte, die mehr Glück hatten, konnten zumindest das Andenken an die vergangene Herrlichkeit" bewahren; ihnen ist es bis heute vergönnt, auf die schönen, alten Paläste und Kirchen, die Schauplätze historischer Ereignisse zu verweisen. Székesfehérvár hat auch diese verloren, die Grundmauern der Krönungskirche mußten in jüngster Zeit von Archäologen freigelegt werden. Für den Neubeginn, zu dem die Einwohner der Stadt im Jahre 1688 gezwungen waren, zeigten sich die äußeren Umstände jedoch sehr ungünstig. Erst nach langem Ringen, zahlreichen Bittgesuchen und vielen Verhandlungen erhielt Székesfehérvár, zusammen mit den Städten Buda, Pest und Esztergom, 1703 seine für eine natürliche Entwicklung unentbehrlichen Privilegien zurück.Der von Kaiser Leopold ausgestellte Freibrief trägt das Datum des 23. Oktober 1703, aber es dauerte noch lange, bis dieStadt die darin zugesicherten Rechte in Anspruch nehmen konnte. Wenig später geriet sie in den Strudel des von Fürst Ferenc Rákóczi II. 1703 entfachten Freiheitskampfes. Anfang des Jahres 1704 marschierten die Kuruzentruppen sogar für kurze Zeit in die Stadt ein, und hielten diese nach ihrem Abzug über Jahre hin unter Blockade. Ein Großteil der ungarischen Bürger, die sich zu den Kuruzen hingezogen fühlen, wird 1706 vom labanzentreuen (Labanze = Anhänger der Habsburger) Stadtkommandanten aus den Mauern verbannt, der ihre Häuser konfiszierte. Die in hoffnungsloser Position kämpfende Bürgerschaft war auch nicht in der Lage, den Preis des Freibriefes - die sog. Waffenablösung - zu bezahlen. So verhinderte es die Hofadministration, daß die Bürgerschaft die in der Urkunde festgeschriebenen Rechte geltend machen konnte. Dies ist auch der Grund dafür, daß der Freibrief aus dem Jahre 1703 erst 1715, vier Jahre nach Niederschlagung