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Ragender Dom der Gotik und wehrhafte Burg mit Palas, Türmen und Zinnen; in dieser Vereinigung weltlicher und geistlicher Machtdarstellung ballt sich architektonisch all das zusammen, was uns das Mittelalter als monumentale Dokumentation seiner gesellschaftlichen Ordnungskräfte und Herrschaftsgedanken überliefert hat. Diese Vereinigung auf dem Burgberg zu Meißen, gewachsen vom hohen bis zum späten Mittelalter und weitere Jahrhunderte historischer Vergangenheit bergend, ruft in ihrer bevorzugten landschaftlichen Lage stets wieder eine lebendige Atmosphäre künstlerischer Gestaltwerdung hervor. Burg und Dom sind als historisch-architektonische Einheit kein zweites Mal auf deutschem Boden zu solch einer künstlerischen Ausdruckskraft verschmolzen. Freilich haben Jahrhunderte unter dem Zwang der Notwendigkeit auf dem Meißner Burgberg gebaut, ehe die Kunst ihre edle Herrschaft antreten durfte. Nur unter dem Gesichtspunkt ehrgeiziger Politik oder unter dem Zwang der Verteidigung konnte der von der Natur so eigenwillig ausgeprägte riegelartige Bergrücken im Schutze des Stromes und tiefer Taleinschnitte von Elbe, Triebisch und Meisa Anlaß zur Besitznahme bieten. Schon Jahrhunderte bevor von deutschen Königen das Felsmassiv als strategische Operationsbasis ausersehen wurde, war der Burgberg von frühgeschichtlichen Völkern in Besitz genommen worden. Eine Siedlung der jüngeren Bronzezeit konnte nachgewiesen werden. Die politische Aufgabe Meißens begann, als König Heinrich I. (919 bis 936) im Jahre 929 zur Gründung einer Befestigung den bewaldeten Berg roden ließ, wovon unsThietmar von Merseburg um 1010 berichtet. Heinrichs Absicht war, hier eine Basis für seine Slawenkriege zu schaffen, keineswegs nur eine Burgwarte als Verteidigungsposten. Meißen blieb nun auf lange Zeit der südliche Eckpfeiler der Grenze gegen die Elbslawen. Die Gründung der Burg war das Resultat des für Heinrich siegreich beendeten Feldzuges gegen die Daleminzier (928/29). Damit sollte die Ostgrenze des Reiches der Sachsenkaiser in das Land der mittelelbischen Slawenstämme vorgerückt werden. Die Slawenfeldzüge waren seitens der Kirche vom Gedanken der Heidenmission getragen. Überall, wo im Mittelalter die weltliche Titelbild: Der Dom von Westen 1