Bővebb ismertető
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Die
Wiederentdeckung und Ausgrabung
„In Pergamon ist ein großer marmorner Altar, vierzig Fuß hoch, mit ansehnlichsten Skulpturen - er hält zudem auch eine Gigantomachie eingeschlossen." (Pergamo ara marmórea magna, alta pedes quadra-ginta cum maximis sculpturis. Continet autem gigantomachiam.) Diese Nachricht überliefert uns der in seinen Lebensdaten gänzlich unbekannte römische Autor Lucius Ampelius im „Buch der Denkwürdigkeiten" (Über memorialis 8, 44). Doch schien Jahrhunderte später von diesem bemerkenswerten Bauwerk nichts mehr übrig. Reisende, die selten genug seit dem Mittelalter Pergamon besuchten, waren dennoch beeindruckt von den anstehenden antiken Ruinen der Ober- und Unterstadt. Der erste, der den Gedanken einer Ausgrabung der Hochburg aussprach, war im späten 18. Jahrhundert der Franzose Comte Marie Gabriel A. F. Choiseul-Gouffier. Doch sollte noch ein Jahrhundert vergehen, ehe die systematischen Frei leg ungsarbeiten begannen.
Als der Archäologe Alexander Conze 1877 Direktor der Skulpturensammlung der Königlichen Museen in Berlin wurde, schenkte er
drei „im sogenannten Heroensaole des alten Museums niedrig über den Boden an die Wand" hingestellten Relieffragmenten seine Aufmerksamkeit, die Jahre zuvor aus Pergamon an die Berliner Museen geschickt wurden. Erst jetzt wurde man sich der Tragweite dieser Funde durch die Kombination der
Abb. 1 Carl Humann. Marmorbüste von Adolf Brült
zitierten Ampelius-Stelle mit den Darstellungen auf den Relieffragmenten wirklich bewußt. Kampfdarstellungen, die der Finder und Stifter Carl Humann für eine „Schlacht mit Männern, Rossen, wilden Thie-ren" hielt und dem Minerva-Tempel der Stadt zuschrieb, paßten besser zum Thema des Götter-Giganten-
kampfes und damit zu dem von Ampelius zu den Weltwundern gerechneten pergamenischen Altar. Conze nahm sogleich mit dem in der Türkei für Straßenbauunternehmen tätigen deutschen Ingenieur Carl Humann Kontakt auf und bat ihn, nach weiteren Reliefs in Pergamon Ausschau zu halten. Schon ein Jahr später, im September 1878, kam es zu einer vom türkischen Staat genehmigten Grabung der Berliner Museen auf dem Burgberg von Pergamon. Zum örtlichen Leiter wurde der Entdecker Carl Humann ernannt.
Der zunüdist im türkischen Dienst arbeitende Humann war bereits im Winter 1864/65 in Pergamon gewesen, um die einstmals blühende Stadt der pergamenischen Könige zu besuchen; in seinem Bericht heißt es: „Nun ging es zur Burg. Dem flüchtigen Betrachter erscheint dieselbe als ein einziges großes Schuttfeld, von Rasen und niederem Buschwerk bedeckt, durchsetzt von Mauerzügen, die aus den verschiedenen Zeiten herrühren und deren Zusammenhang auf den ersten Blick nicht klar wird; die oberste Burgkrone schließt eine offenbar türkische Mauer ein, welche zuletzt, ehe der Berg seiner jetzigen Verödung verfiel, als Festung gehalten wurde. Auch auf dieser obersten Fläche ragt nach allen Seiten ein massives Fundament oftmals sich kreuzend aus dem Boden hervor, namentlich ober stehen noch, im Osten wie im Westen den Abhang begrenzend, die hohen Stützmauern der Attalidenzeit. Keinen Quader-