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VORWORT
Museen sind beliebte Bildungs- und Freizeitorte. Nicht nur an verregneten Urlaubstagen, sondern über das ganze Jahr hinweg werden die Ausstellungsräume von vielen Menschen bevölkert. Mehr als 100 Millionen Museumsbesuche pro Jahr dokumentieren, dass Museen in der Gunst des Publikums einen hohen Stellenwert haben. Wenn nun die Zahl der jährlichen Museumsbesuche über der Einwohnerzahl unseres Landes liegt, so heißt das freilich noch lange nicht, dass jeder deutsche Bürger jährlich einmal in ein Museum geht.
Vielmehr gibt es eine große Zahl von Museumsfans, die häufig in ein Museum gehen oder sogar zu Ausstellungen weite Reisen unternehmen. Auf der anderen Seite gibt es viele Menschen, die es selten oder nie in ein Museum zieht. Von ihnen leiden viele unter der so genannten »Schwellenangst«, d.h., sie meiden Museen, weil sie den Schritt in eine ihnen unbekannte Umgebung fürchten. Machten doch Museen über viele Jahrzehnte hinweg ihrem vom griechischen »Museion« abgeleiteten Namen als Musentempel alle Ehre, indem sie sich nur dem Eingeweihten, dem mit einer großen Vorbildung ausgestatteten Besucher erschlossen.
Seit einigen Jahrzehnten bemüht man sich vonseiten der Museen sehr um die Besucher Neben den Dauerausstellungen sind Wechselausstellungen zur festen Einrichtung geworden. Die Ausstellungen werden mehr und mehr nach didaktischen Prinzipien aufgebaut und erläutert. Museumspädagogen nutzen die Ausstellungen für spezielle Programme, die unterschiedliche Alters- und Interessengruppen ansprechen. Malkurse, Kindergeburtstage im Museum, Ferienspiele und viele andere Aktivitäten öffnen die Inhalte der Museen für Kinder und Jugendliche und lassen Museen immer mehr zum Spiel- und Freizeitort werden. Örtliche, regionale und überregionale, ja sogar internationale Museumsführer kommen dem wachsenden Interesse der Bevölkerung entgegen.
Museumsführer wenden sich, wie Reiseführer, heutzutage nicht mehr an einen kleinen Kreis privilegierter Benutzer Sie helfen der großen Zahl von Museumsinteressierten, sich im reichhaltigen Angebot der Museen zurechtzufinden. Mit einem Führer kann man den Gelegenheitsbesuch eines Museums an fremdem Ort schnell einplanen, kann man herausfinden, welche Museen einer bestimmten Interessen- und Fachrichtung es wo gibt; einem Führer lassen sich Öffnungszeiten, Telefonnummern und natürlich Aussagen über die Ausstellungen entnehmen. Nicht nur beim Vorbereiten, sondern auch zum Nachbereiten eines Museumsbesuches leistet er unschätzbare Dienste. Natüriich hilft er auf der anderen Seite manchem mitunter versteckt liegenden Museum, die Aufmerksamkeit von Besuchern zu wecken.
In Deutschland gibt es Museen für fast jeden » Bedarf«. Technik und Kultur, Kunst und Natur, Geschichte und Landschaft, aber auch lüiöpfe, Nadeln, Spargel und Zucker sind Museumsthemen. Nahezu jedes ernste Thema, nahezu jeder skurrile Einfall, zu dem sich durch Sammlungsgegenstände etwas zeigen und erklären lässt, kann auch Ausstellungsthema sein. Mehr als viertausend Museen, von der kleinsten Heimatstube bis zum ausgedehnten Landes- und Freilichtmuseum, bieten ein buntes Alleriei. Dieses Alleriei lädt zum Betrachten ebenso ein wie zum Verweilen, bietet sich zum kMzweiligen Vergnügen ebenso an wie zum Lernen und zum Vertiefen von Wissen. Eines sollte dabei alle Museen und Ausstellungen auszeichnen: Originalität. Denn die Gegenstände, die in den Museen zu sehen sind, dürfen fast immer für sich in Anspruch nehmen, dass sie »echt« sind und häufig sogar bedeutsame, mitunter einmalige Originale darstellen. Viele dieser Originale sind mit bedeutenden Namen verknüpft, sind wichtige Zeugnisse für Entwicklungen und historische Ereignisse.