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Der Rhein/The Rhine [antikvár]

Arno Kappler

 
Der Rhein von Mainz bis KölnRheingold? Gold aus dem Rhein? Ja, das hat es früher in der Tat gegeben. Was Richard Wagner als künstlich-künstlerischen Schatz seinen Rheintöchtern Woglinde, Wellgunde und Floßhilde im Vorabend" zum Ring des Nibelungen" auf dem Grund des Rheines zur Bewachung übergeben hatte (1869), das gab es in Wirklichkeit! Der Rhein war goldträchtig, was heute unfaßbar erscheinen mag, denn niemanden wird wohl die heutige Farbe des Flusses an das Edelmetall erinnern.Grabungsfunde aus frühester Zeit, so in Gönnersdorf...
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Der Rhein von Mainz bis KölnRheingold? Gold aus dem Rhein? Ja, das hat es früher in der Tat gegeben. Was Richard Wagner als künstlich-künstlerischen Schatz seinen Rheintöchtern Woglinde, Wellgunde und Floßhilde im Vorabend" zum Ring des Nibelungen" auf dem Grund des Rheines zur Bewachung übergeben hatte (1869), das gab es in Wirklichkeit! Der Rhein war goldträchtig, was heute unfaßbar erscheinen mag, denn niemanden wird wohl die heutige Farbe des Flusses an das Edelmetall erinnern.Grabungsfunde aus frühester Zeit, so in Gönnersdorf bei Neuwied, haben kein Gold zutage gefördert, belegen indessen aber, daß das Mittelrheingebiet schon Jahrtausende vor Christi Geburt besiedelt war. Um 4400 v.Chr. lassen sich die ersten Bandkeramiker in der Kölner Bucht nieder. Seit der Mitte des letzten Jahrtausends v.Chr. machen sich Einflüsse der keltischen Kultur bemerkbar. Der Name Rhein" ist wohl keltischen Ursprungs.Die schriftlich überlieferte Geschichte des Mittelrhein-Gebietes beginnt mit den Römern. Caesar berichtet von einem Brückenschlag im Jahr 55 v.Chr. während seiner Eroberungszüge in Germanien. Die Brücke soll in der Nähe von Andernach erbaut worden sein. An strategisch günstigen Orten entstanden damals Militärlager, aus denen unter anderen die Städte Köln und Mainz, Koblenz, Andernach und Bonn hervorgingen. Mit den Römern kam die Zivilisation" - nicht nur in Gestalt des Weinbaues - an den Rhein. Von der classis Germanica" (der römischen Rheinflotte) wurden Getreide, Wein, Mühlsteine aus der Eifel, Tuffstein und viele weitere Güter des täglichen Bedarfes transportiert. Die Römer schützten ihren Besitz durch den Limes, einen mit Wachtürmen versehenen Erdwall, der in der Nähe des heutigen BadHönningen seinen Anfang nahm und durch Westerwald und Taunus in südlichere Landesteile verlief.Während der Zeit der Völkerwanderung, Ende des 4. Jahrhunderts, neigte sich die Römerherrschaft am Rhein dem Ende zu. Mit dem Übertritt des Frankenkönigs Chlodwig zum katholischen Glauben 497 war die Grundlage für die Christianisierung der Franken gelegt. Klöster und Stifte wurden Träger der Seelsorge; sie erhielten reichen Besitz aus königlichem Gut.In der Zeit der Karolinger war das Rheintal die Königstraße"; eine Holzbrücke überspannte den Strom bei Mainz. Als sich später unzählige kleine Grafengeschlechter mit ihren Raubrittern am Rhein festsetzten - es gab im 14. Jahrhundert bis zu 60 Zollstellen am Mittelrhein - und gegen die Städte, die sich zwischen 1254 und 1388 zum Rheinischen Städtebund zusammenschlössen, Front machten, blieben schließlich die Kurfürsten Sieger, der Pfalzgraf bei Rhein und die Erzbischöfe von Köln, Mainz und Trier. Sie wurden zu mächtigen Territorialherren. Von ihrer Herrschaft ausgenommen blieben nur die freie Reichsstadt Köln und einige kleinere Besitztümer, wie zum Beispiel das der Fürsten von Wied.Die Pest suchte den Mittelrhein in der Mitte des 14. Jahrhunderts heim. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung kam dabei um. Judenpogrome gingen einher, ähnlich denen, die Ende des vorigen Jahrhunderts die angebliche Ermordung des Knaben Werner in Bacharach mit sich gebracht hatte. Der Dreißigjährige Krieg verwüstete das Gebiet durch wechselnde Truppen, die es bei ihren Plünderungen - kaum verwunderlich -zunächst einmal auf die Weinkeller abgesehen hatten.Die Herrschaft der Franzosen am Rhein fand ihren ersten Höhepunkt im PfälzischenErbfolgekrieg 1688-97, den der Sonnenkönig Ludwig XIV. angezettelt hatte. Viele Städte, Dörfer und Burgen wurden dem Erdboden gleichgemacht. Es folgten die militärischen Bewegungen des Spanischen, Polnischen und Österreichischen Erbfolgekrieges und des Siebenjährigen Krieges 1756-63: Der Mittelrhein stand immer wieder im Brennpunkt des Geschehens und kam nie zur Ruhe. Die Truppen der Französischen Revolution brachten, nachdem eine große Zahl französischer Adliger nach Deutschland geflohen war und vor allem in den kurtrierischen Besitzungen Aufnahme gefunden hatte, 1797 das linksrheinische Ufer in ihre Gewalt.In diesem Zusammenhang entdeckten die politischen Kräfte den Rhein als deutschen" Strom. Ernst Moritz Arndt verbreitete in einer auflagenstarken Flugschrift von 1813, daß der Rhein Teutschlands Strom, aber nicht Teutschlands Gränze" sei. Auch später verteidigte der preußische Zeitgeist den deutschen" Strom gegenüber den französischen Ansprüchen. Sie sollen ihn nicht haben, den freien deutschen Rhein",, heißt es in Nikolaus Beckers Lied, und Es braust ein Ruf wie Donnerhall", verherrlicht die preußische Wacht am Rhein", die später in Monumenten wie dem Niederwalddenkmal und dem Deutschen Eck Gestalt annahm. 1815 wurden im Wiener Kongreß Kurtrier und Kurköln Preußen zugesprochen, das sich 1866 auch das Großherzogtum Hessen und Mainz einverleibte.Nach dem Ersten Weltkrieg scheiterte 1923, trotz französischer Unterstützung, die Separatistenbewegung, die eine eigenständige Rheinische Republik bilden wollte. Preußens Macht am Rhein war 1945 offiziell beendet. Heute teilen sich die Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen das Mittelrheingebiet.5

Termékadatok

Cím: Der Rhein/The Rhine [antikvár]
Szerző: Arno Kappler
Kiadó: Artcolor Verlag GmbH
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
Méret: 210 mm x 210 mm
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