Bővebb ismertető
Als Theodor Fontane, dér Wanderer durch die Mark Brandenburg, im Jahre 1859 mit dér Postkutsche von Berlin in den SpreeNvald fuhr, dér sorbischen Predigt des Pfarrers Christian Friedrich Stempel in dér Lübbenauer Kirche zuhörte und sich mit dem Kahn durch die stillen FlieBe des Spreewaldes fahren lieB, da ahnte er wohl kaum, daB sich 120 Jahre spáter jáhrlich über eine Millión Menschen an dem Reiz dieser eigenartigen und einzigartigen Landschaft erfreuen würden. Das folgende Jahrhundert brachte groBe Veránderungen. Aus dem Spreewald, dessen überwiegende Kennzeichen zu Fontanes Zeiten und noch lángé danach feuchte Wiesen, zwiebelförmige Heuschober, háufige Überschwemmungen, Blockháuser, dér Kahn als alleiniges Transportmittel, die sorbische Bevölkerung mit ihren vielfáltigen Lebensformen waren, ist ein Teil dér Deutschen Demokratischen Republik geworden, dér bedeutende Aufgaben in unserer Volkswirtschaft zu erfiillen hat. Dieser grund - legende Wandel eines einstmals zurückgebliebenen, rückstándigen Gebietes drückt sich jedoch nicht nur im áuBeren Antlitz dér Stádte, im Entstehen neuer groBer Energiebetriebe, im veránderten Bild dér Dörfer und Fluren aus, sondem auch im Denken und Fühien dér altén und neuen Spreewaldbewohner. Die meisten Touristen besuchen den Spreewald im Sommer, oft nur über das Wochenende. In dieser kurzen Zeit können sie kaum mehr als einen kleinen Ausschnitt kennenlemen, wenn sie zum Beispiel auf einer Kahnpartie von Lübbenau aus in den inneren Oberspreewald mit den typischen Spreewalddörfem Lehde und Leipe fahren. Viele Ausflügler lassen sich auch von Burg aus mit dem Kahn durch den etwas andersgearteten östlichen Teil des Oberspreewaldes befördem, dér von weithin verstreuten, einzeln stehenden Bauemgehöften sein charakteristisches Siedlungsbild erhált. Schon viel geringer ist die Zahl derer, die in den Hochwald des Oberspreewaldes oder in den waldigen Unterspreewald gelangen. Bei solchen kurzen Besuchen erhált mán kein vollstándiges Bild von dér Natúr, dér Wirtschaft dieser Landschaft oder von den groBen Schwierigkeiten, mit denen ihre Bewohner einst ringen muBten. Aber es lohnt, sich etwas eingehender über den Spreewald zu unterrichten, über seine natürlichen Eigenarten, darüber, wie er besiedelt und fúr den Verkehr erschlossen wurde, wie sich die Spreewálder ihren Lebensunterhalt erwarben, oder über die Melioration und die neu entstandenen groBen Industriebauten, nicht zuletzt auch über die Geschichte und Kultur dér sorbischen nationalen Minderheit. Vor allém jedoch reizen die Schönheit und dér besondere Charakter dieser Landschaft zum Verweilen. Alles wissenschaftliche und praktische Bemühen richtet sich im Spreewald darauf, den Wasserhaushalt zu regein, das heiBt Hochwasserscháden zu verhüten, aber auch den Wassermangel in Dürrezeiten zu überwinden und zu meliorieren. Hier spannt sich ein weiter Bogén von jener ersten Denkschrift Philippis über die Melioration des Oberspreewaldes aus dem Jahre 1860 bis hin zu den umfassenden Beschlüssen des Bezirkstages Cottbus über das Programm dér Meliorationen und wasserwirtschaftlichen MaBnahmen zűr Ertragssteigerung im Spreewald. Um die vielfáltigen Probleme des Spreewaldes verstehen zu können, muB mán sich zunáchst mit seinen natürlichen Bedingungen vertraut machen. Von dér Natúr des Spreewaldes Dér Spreewald befindet sich etwa 100 Kilométer südöstlich von Berlin; sein gröBter Teil, dér Oberspreewald, liegt im Baruther Urstromtal, dórt, wo die Schmelzwasser dér letzten Eiszeit, genauer des Brandenburger Stadiums dér Weichseleiszeit, nach Westen hin ihren AbfluB fanden. Es verláuft quer durch die Niederlausitz von dér NeiBe über Cottbus, Baruth,