Bővebb ismertető
Unter allén Denkmálern Roms nimmt der Dom von St. Peter im Vatikan den Ehrenplatz ein. Seine gewaltige Kuppel, die zum Vollkommensten gehört, das die Baukunst auf Érden hervorgebracht hat, beherrscht allseitig das Stadtbild und bezeichnet weithin den Kraftpol, der dem weltumspannenden Reich der katholischen Kirche Ordnung im Wachstum und Dauer in der Einheit verbiirgt. Tiara und Schlüssel, die altén Insignien der papstlichen Vollmachten, bestimmen die Form der vatikanischen Bauten, die im Laufe der Jahrhunderte aus dem schlichten Grabe des galilaischen Fischers Simon Petrus an der Westperipherie Roms emporwuchsen. Denn wie eine himmlische Krone schwebt Michelangelos Kuppel über den Kreuzarmen von St. Peter, und wer den Tempel mit seinem Vorplatz aus der Vogelschau betrachtet, dem zeigt sich die Gesamtanlage in der Gestalt eines machtigen Schlüssels. Dem Besucher, der sich auf der Via della Conciliazione von der Engelsburg her dem Döme náhert, bereitet der Petersplatz einen glanzvollen und feierlichen Empfang. Die vierreihigen Kolonnádén Berninis, welche den ovalen Vorplatz gleich weit geöffneten Armen umschwingen, verengern das Blick - feld und lassen so die breite Kirchenfassade schmaler und höher erscheinen. Die Tiefenwirkung wird durch die elliptische Form des Atriums und die sich nach hinten verjüngenden Proportionen der angefügten Seitenkorridore noch mehr unterstrichen. Da der Besucher den für kreisförmig gehaltenen Vorraum optisch tiefer schátzt, und weil er sich der künstlich erzielten Tiefenperspektive im Hintergrund nicht bewuBt wird, kommt ihm die Kirchenfront, die er in gröfierer Entfernung vermutet, noch höher vor, als sie in Wirklichkeit ist. Sachlich und schön sind die einzelnen Platzelemente der Gesamtwirkung dienstbar gemacht: Der ágyptische Obelisk aus urtestamentarischer Zeit, der gleich einem Ausrufezeichen die Mitte des Platzes markiért, nach der sich die Bodenfláche, gleichsam unter der Last, elastisch hinabbiegt; - die glitzernden Fontánen in den beiden Brennpunkten der Ellipse, deren kühles Rauschen die schattigen Vorhallen erfüllt; - die bewegten Silhouetten der 140 Heiligenstatuen, welche den feierlichen Rhythmus der Kolonnádén begleitend als Zeugen des Wortes den allesbeherrschenden Baugedanken verkünden. In himmlische Höhen entrückt, stellen sie die triumphierende Kirche dar, deren Haupt, Christus, segnend über der Mitte der Kirchenfassade erscheint, flankiert von den sieben Meter hohen Bildnissen Johannes des Táufers und der Apostel. Bei aller Majestat hat Madernas Fassade infolge des nachtráglich nach Osten verlangerten Kirchenschiffes den Nachteil, die Sicht auf die Kuppel zu beeintráchtigen. Wer alsó St. Peter als Ganzheit viberblicken will, der mufi seinen Standort in die Vatikanischen Garten verlegen. Erst von hier aus erkennt er die Vorzüge des allseitigen Zentralbaues, den Bramante entworfen und den Michelangelo in genialer Umgestaltung der Pláne seines Vorgángers verwirklicht hat. Denn die kühne Idee Bramantes, das Pantheon auf die Maxentiusbasilika zu türmen, erscheint nicht nur in den RiesenausmaBen der Vorbilder technisch gemeistert. Der Bildhauer, der diese bedeutendsten Gewölbebauten des antiken Rom zur Einheit verschmolz, hat auch einen völlig neuartigen Bauorganismus geschaffen, dessen plastische Durchformung seine innere Wesensstruktur klar ausspricht. Eine starke Bewegung belebt den körperhaften Bau. Wie unter dem EinfluB einer im Innern aufgestauten Energie biegt und krümmt sich die Wandung nach allén Seiten. Die nach auBen drángende Kraft wird jedoch durch die Riesenpilaster, welche das Bauwerk senkrecht verklammern, und die Last der aufruhenden Attika gleichsam gebandigt und damit ein Spannungseffekt erzeugt, der erst in der Kuppel seine Befreiung findet. Diese wáchst aus dem machtigen Unterbau mit souveráner Sicherheit empor. Die Eleganz ihres Umrisses, der wohlabgestimmte Dreiklang von Zylinder, Wölbung und Laterne, die Pracht der Modellierung, dies alles ist hier zu einer Vision majestátischer Schönheit vereinigt. Die schmuckvoll