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Der Zwinger zu Dresden [antikvár]

Fritz Löffler

 
Der Zwinger ist zum Sinnbild für Dresden geworden. Wer von Dresden spricht, spricht auch vom Zwinger. Das ist nicht immer so gewesen, und es hat viele Jahrzehnte gegeben, in denen er als Bauwerk völlig vergessen 250 jahrewar und nur als Unterkunft für Teile der Dresdner Museumsschátzezwingerdiente.i n d e rDie erste ausfiihrliche Schilderung über den Zwinger verdanken wirgesch1chte dem seit 1716 in Dresden ansássigen Diplomaten Johann Michael von Loen, einem GroBonkel Goethes, der sich 1723 über den Zwinger áuBerte: Man kann nicht...
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Der Zwinger ist zum Sinnbild für Dresden geworden. Wer von Dresden spricht, spricht auch vom Zwinger. Das ist nicht immer so gewesen, und es hat viele Jahrzehnte gegeben, in denen er als Bauwerk völlig vergessen 250 jahrewar und nur als Unterkunft für Teile der Dresdner Museumsschátzezwingerdiente.i n d e rDie erste ausfiihrliche Schilderung über den Zwinger verdanken wirgesch1chte dem seit 1716 in Dresden ansássigen Diplomaten Johann Michael von Loen, einem GroBonkel Goethes, der sich 1723 über den Zwinger áuBerte: Man kann nicht leicht etwas Schöneres und Práchtigeres sehen als den neuen Zwinger oder SchloBgarten. Dieses Gebáude würde etwas Vollkommenes sein, wenn es nach dem Plan des Königs sollte aus-geführt und dem selben der neue SchloBbau beigefügt werden, wie ich davon bei dem Oberlandbaumeister Pöppelmann die bewundernswür-digsten Risse gesehen habe. Der Hinweis auf die Einordnung des Zwin-gers in ein komplexes SchloBunternehmen zeigt, daB die Planungen zu dieser Zeit noch vor einer Verwirklichung standén. Als náchster Zeuge für den Zwinger erscheint der Dresdner Chronist Iccander (Johann Christian Crell). Er preist 1726 in seiner Beschreibung der Stadt den Bau als eines der sieben Weltwunder, als den seinesgleichen in Európa nicht habenden Zwingergarten.Als Mattháus Dániel Pöppelmann 1729 seine eigene Schöpfung ver-öffentlichte, ist das ein Beweis, daB die GroBplanungen um den Zwinger mit den SchloBbauten als gescheitert anzusehen sind. Der Bauherr Au-gust der Starke ist álter geworden, und seine wesentlichsten Aufgaben habén sich auf seine zweite Residenz, nach Warschau, verlagert.Mit der Abkehr vom Barock begann das groBe Schweigen. Der Zwinger geriet in Vergessenheit, und mit dem Wirken der Schriften von Johann Joachim Winckelmann, dem Vater des Klassizismus, wurde er nicht nur vergessen, sondern geriet auch für die beginnende Kunstgeschichte in eine durchaus negatíve Betrachtungsweise. Die für den Barock typi-sche Auflösung von Horizontalen und Vertikalen beunruhigte die Nach-fahren Pöppelmanns, und der 1780 zustandige Oberlandbaumeister Christian Friedrich Exner machte sogar den Vorschlag, die gesamte Pia-stik des Baues abzuschlagen. Alléin die spateren Stadthistoriker des 18. Jahrhunderts, wie Benjámin Gottfried Weinert und Johann Christian Hasche, begnügten sich mit sachlichen Anmerkungen, ohne eine kunst-geschichtliche Wertung anzustreben.Es dauerte mehr als ein halbes Jahrhundert, bis Gottfried Semper nach seiner Berufung nach Dresden 1837 seinen Forumsplan schuf, der Pöppelmanns geniale Entwürfe wieder aufnahm und der vorsah, die Zwingeranlagen bis zur Elbe mit Neubauten weiterzuführen. Die stádte-baulich groBartige Konzeption scheiterte mit dem BeschluB, die vierte, offen gebliebene Zwingerseite mit dem neuen Bau der Gemáldegalerie abzuriegeln. Er blieb sich aber des Wertes der Zwingerarchitektur be-wufit, indem er seinen Galeriebau in die glanzende Architekturkulisse

Termékadatok

Cím: Der Zwinger zu Dresden [antikvár]
Szerző: Fritz Löffler
Kiadó: Staatliche Kunstsammlungen
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 160 mm x 230 mm
Fritz Löffler művei
Bolti készlet  
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