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Vor nunmehr fast einem halben Jahrhundert - genauer gesagt im Jahre 1930 - schlössen die Westfähsche Berggewerkschaftskasse, die seit 1864 in Bochum ansässige traditionsreiche Gemeinschaftsorganisation der Bergbauunternehmen im Ruhrgebiet, und die Stadt Bochum einen Vertrag, der die Gründung und zukünftige gemeinsame Unterhaltung eines „Geschichtlichen Bergbau-Museums" zum Inhalt hatte. Heute zählt dieses Museum zu den meistbesuchten in der Bundesrepublik. Es ist in Deutschland das erste und bislang einzige, das von einem Wirtschaftszweig unterhalten wird, um dessen historische Entwicklung und seinen gegenwärtigen Stand dem Laien ebenso wie dem Fachmann verständlich vor Augen zu führen.
Eine der wichtigsten Funktionen des Museums besteht demzufolge darin, sowohl unter dem historischen Aspekt als auch unter zeitgeschichtlichen Fragestellungen einzelne Gegenstände, verschiedene Verfahrensweisen und komplexe Sachzusammenhänge methodisch und didaktisch so zu präsentieren, daß die technischen, wirtschaftlichen und auch die sozialen Aspekte eines bedeutenden Teils der Urproduktion des Menschen aufgezeigt werden.
Allein schon diese Aufgabenstellung hat von Anfang an zur Entwicklung der Konzeption geführt, sich nicht nur auf den Steinkohlenbergbau im Ruhrgebiet zu beschränken. Will man die Geschichte „des" Bergbaus schlechthin behandeln, so muß man zwangsläufig auf andere Bodenschätze als die relativ erst spät wichtig gewordene Steinkohle zurückgreifen. Die Gewinnung von Metallerzen, die weitaus älter ist, oder von Eisenerzen, Salz und Feuerstein - um nur einige andere Bodenschätze zu nennen - wird daher ganz bewußt in die museale Arbeit einbezogen.
Dies bei der Vorstellung des Hauses gleich zu Beginn deutlich herauszustellen, scheint insofern wichtig und notwendig zu sein, weil der geographische Standpunkt im „Herzen des Reviers" oft und allzu leicht den Eindmck entstehen läßt, es handele sich um ein lokal, allenfalls regional ausgerichtetes bergbauliches Museum. Nicht zuletzt um solchen Mißverständnissen vorzubeugen, hat man sich im Jahre 1976 dazu entschlossen, das Museum in Deutsches Bergbau-Museum Bochum umzubenennen.
Rechts:,,Heilige Barbara", Renaissance, Holz, Westfalen, um 1500