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Das ganze DeutschlandT)I Vaterländer sind viele auf dieser Erde, und es ist das gute Recht des Menschen, dem Lande seiner Herkunft vor allen anderen den Vorzug zu geben. Auch der Deutsche rühmt sich eines schönen Vaterlandes, und viele seiner Gäste aus anderen Ländern begreifen oder teilen seine Gefühle. Deutschland ist ja zu allen Zeiten ein vielbesuchtes Reiseland gewesen, dessen Anziehungskraft ebenso aus der Vielfalt der Landschaften herrührt wie aus dem seinen Bewohnern eigentümlichen Sinn fürs Angenehme, Gemütvolle, das auch im...
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Das ganze DeutschlandT)I Vaterländer sind viele auf dieser Erde, und es ist das gute Recht des Menschen, dem Lande seiner Herkunft vor allen anderen den Vorzug zu geben. Auch der Deutsche rühmt sich eines schönen Vaterlandes, und viele seiner Gäste aus anderen Ländern begreifen oder teilen seine Gefühle. Deutschland ist ja zu allen Zeiten ein vielbesuchtes Reiseland gewesen, dessen Anziehungskraft ebenso aus der Vielfalt der Landschaften herrührt wie aus dem seinen Bewohnern eigentümlichen Sinn fürs Angenehme, Gemütvolle, das auch im Fremden bald ein Gefühl der Heimeligkeit aufkommen läßt. Die Gegensätze zwischen Norden und Süden, zwischen Ost und West schienen sich in diesem Land der Mitte zu verschmelzen, und solange politische Gegebenheiten dieses Offensein nach allen Seiten hin nicht verstellten, lebten in deutschen Städten, vor allem in Berlin, viele Angehörige anderer Nationen wie in einer zweiten Heimat. Es war und ist auch heute noch ein Grundzug deutschen Wesens, offen zu sein für das andere.Dies ist freilich kaum verwunderlich. Wir wurden spät das, was man eine Nation nennt, und dies vor allem wohl, weil die Eigenart der verschiedenen Stämme dem insgeheim widerstrebte. Dem Schleswiger liegt das Dänische vor der Haustür, und der Bayer wohnt ihm weit. Ein guter Düsseldorfer fand es reizvoller, über Sonntag nach Paris zu fahren als nach Berlin. Und zwischen einem Weinbauern des Mosellandes und dem Bauern im Erzgebirge gibt es Verschiedenheiten, zu deren Markierung andere oft einer Staatsgrenze bedürfen. Das eben, was uns historisch-politisch nicht wenig zu schaffen machte, bedingt andererseits unseren Reichtum: wir leben aus der Vielfalt.Ehe der Zweite Weltkrieg und sein Ausgang das Schicksal unseres Landes so ins Abträgliche kehrten, war das Bild dieser Vielfalt in einem großen Rahmen zu sehen. Heute ist dieser Raum gesprengt, zerstückt. Wir gebrauchen auch jetzt noch die Begriffe Schlesien oder Ostpreußen, aber wir wissen eigentlich kaum, wovon wir da sprechen. Auf jeden Fall ist es das Ostpreußen, das Schlesien der Vergangenheit, das wir bei der Erwähnung dieser Namen meinen.Was heute noch den Namen Deutschland trägt, bietet sich in zweierlei Gestalt dar und wird geteilt durch den gleichen Schnitt, der die Welt in Ost und West aufspaltet. Daß wir herausgebrochene Grenzgebiete" nicht ohne Widerspruch annektiert sehen, mag man uns verargen. Aber daß wir das geteilte gegenwärtige Deutschland als eines ansehen, ist unser Recht. 18 Millionen deutschsprechender Menschen sind keine Illusion. In ihren Wohnstätten klingt unsere Sprache fort, in ihren Städten und Dörfern lebt deutsche Gegenwart, in ihren Herzen nistet Zukunft. Sprache und Kultur, gemeinsames Erbe, gemeinsame Hoffnungen und Zuneigungen sind dauerhafte Größen in der geschichtlichen Rechnung eines Volkes. Darum nimmt dieser Bildband nur scheinbar etwas voraus, was uns die Gegenwart noch vorenthält. Es zeigt den Kleingläubigen, daß sie Grund zum Glauben haben: sie sollten ihren Augen trauen, die hier das Vaterland sehen, wie es sich, jenseits aller Weltanschauung, darstellt. Außerhalb der Bannmeile der am stärksten heimgesuchten Städte atmet das weite Land gelassen wie einst, werden Felder bestellt, Wiesen abgeweidet, Wälder durchforstet. Die Menschen haben ihre Sorgen und Freuden wie je, und auf eine Sache, die sie trennt, kommen hundert Dinge, die ihnen gemeinsam sind und die sie mit gleichem Wort benennen. Was als Folge des Krieges künstlich geschieden wurde, ist durch Bande des Blutes oder der Freundschaft, durch gemeinsames geistiges Gut, gemeinsame Geschichte verbunden, und wir können diesen Bindungen trauen, so vor-m

Termékadatok

Cím: Deutschland [antikvár]
Szerző: Rudolf Hagelstange
Kiadó: Umschau Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 210 mm x 270 mm
Rudolf Hagelstange művei
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