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Das schöne DeutschlandEin Bildband, der vor allem die Schönheit Deutschlands zeigt, muß auf Skepsis stoßen. Was heißt schon Schönheit? Und muß ein solches Bilderbuch nicht selbst dann, wenn geklärt werden könnte, was schön sei, eine Verfälschung bedeuten?Was schön ist, läßt sich nicht definieren, auch Hegels Ästhetik hilft da nicht weiter. Und dennoch sehe ich keine Verfälschung. Was in Deutschland als schön empfunden wird, läßt sich beschreiben: Schönheiten der Natur und Schönheiten der Kultur.Die natürliche Schönheit Deutschlands steht in einem eigenartigen Widerspruch zu Geschichte und vermeintlichem Nationalcharakter. Was immer den Deutschen im Laufe der Jahrhunderte nachgesagt worden ist: selten werden wir sie lieblich oder anmutig genannt finden, oder gemäßigt oder bescheiden oder harmonisch.All das jedoch wären Attribute typischer deutscher NaturscKönheiten. Da gibt es keine imposanten Grand Canyons und keine himmelstürmenden Himalayas; das Meer schlägt nur verhalten an die deutschen Küsten; die Stürme sind nicht wild, die Sommer nicht brennend, die Winter nicht frostklirrend.Die charakteristischen deutschen Landschaftsschönheiten, lieblich und harmonisch, finden wir in den durch ihren Waldreichtum sanften Mittelgebirgen, im Harz und im Schwarzwald also, in den freundlichen Flußtälern, sei es der Mosel, sei es des Neckars, und an scheinbar verträumten Seen, in Oberbayern wie in Schleswig-Holstein.In der Kulturlandschaft gilt als unbestritten schön vor allem, was alt ist. Das hat gute Gründe und sonderbare Folgen.Wer sich des eigenen Stils nicht recht sicher ist, der neigt wohl dazu, und das mit Recht,