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Deutschland [antikvár]

 
rauenhaft infolge seiner Wálder, háBlich infolge seiner Sümpfe, feucht und windig, ganz und gar abschreckend erschien Deutschland zur Zeit des Tacitus r den Römern, den begünstigten Kindern der Sonne. Sind nun auch Wálder gerodet und Sümpfe getrocknet, so ist doch das Klima unmilde geblieben: ein Himmel, der meistens mit Wolken verhangen ist, Regen, der sich unendlich ergieBt, Stürme, die im Frühling über die junge Saat, im Herbst über die Stoppeln blasen, fröstelndes Winterwetter mitten im Sommer. Mehr durch die Strenge der...
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rauenhaft infolge seiner Wálder, háBlich infolge seiner Sümpfe, feucht und windig, ganz und gar abschreckend erschien Deutschland zur Zeit des Tacitus r den Römern, den begünstigten Kindern der Sonne. Sind nun auch Wálder gerodet und Sümpfe getrocknet, so ist doch das Klima unmilde geblieben: ein Himmel, der meistens mit Wolken verhangen ist, Regen, der sich unendlich ergieBt, Stürme, die im Frühling über die junge Saat, im Herbst über die Stoppeln blasen, fröstelndes Winterwetter mitten im Sommer. Mehr durch die Strenge der Elemente erzogen als durch die Huld der Sonne verwöhnt, ist der Deutsche ernst und zugleich der Liebe und der Heiterkeit bedürftig, auf das Innere seines Hauses und seines Herzens hingewiesen. Aus dem tropfenden Nebel drauBen flüchtet er in sein Haus, die Burg, wo auch der Bettler König ist, und tráumt sich am Feuer seines Herdes ein Paradies. Wáhrend der Südlander vorzugsweise im Freien, auf dem Markte lebt, fühlt sich der Deutsche am wohlsten in seinem Hause, das schmückt er mit allém, was ihm gefallt, dort birgt auch der Ármste, was er dem Leben abgerungen hat; es ist der Mantel, der ihn einhüllt und schirmt, in dem sein Wesen und Stand sich ausprágt. Indessen nicht nur mit dem Hause, auch mit der Natúr ist der Deutsche mehr als der Südlander verwachsen. Bei künstlichem Licht und am Ofen záhlt er die Tage, bis der Frühling den Winter verdrángt. Das allmáhliche Wachsen des Tages, das frühere Hereindámmern des Morgens, die ahnungsyolle Bláue der laueren Abende, das triumphierende Rauschen südlicher Winde, alles das erlebt er mit voll Ungeduld und Sehnsucht. Frühling, was für ein Wort melodischen Zaubers, Herbst, was für ein Akkord aus goldener Füllé und unságlicher Schwermut! Der rhythmische Wechsel der Jahreszeiten, der das Leben des Deutschen bestimmt, das jubelnde Hinausstürmen in das neubelebte Land, der Abschied yom ersterbenden, der stete Anblick des unabánderlichen Werdens und Vergehens stimmt zur Nachdenklichkeit. Aber noch in anderer Weise beeinfiuBte ihn die Hárte des Klimas und die Unergiebigkeit des Bodens 5 sie zwang ihn zur Arbeit und lehrte ihn sie lieben. Nicht als Fluch und Siegel der Knechtschaft lernten die Deutschen die Arbeit betrachten, sondern als Kraft und Éhre und Ausdruck der Persönlichkeit. Sie sind immer ein armes und hart arbeitendes Yolk

Termékadatok

Cím: Deutschland [antikvár]
Kiadó: Atlantis Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 230 mm x 310 mm
Bolti készlet  
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