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Zu diesem BuchWitzig, treffsicher, vordergründig und henderom betrachtet der durch viele heitere Bücher bekannte Autor die Gscheitle aus dem Muschterländle und gehorcht damit dem verschämten Trieb zur Selbsterkenntnis, den er seinen Landsleuten attestiert. Im unschwäbischen Bundesausland sind sie durch die exemplarische Grobheit des Götz, die Überzwerchheit der sieben Schwaben, die Maultaschen der Frau Kiesinger und die Devise Schaffe, schaffe, Häusle baue, Hund abschaffe, selber belle bekannt; aber auch durch Schiller und Hegel, Hölderlin und Hauff, Einstein, Daimler und Fritz Teufel: sieben, die es gewiß in sich haben, aber daheim gar net auffalle. Thaddäus Trolls Schwabenstreich, von dem die Frankfurter Neue Presse schrieb, er sei eine lebendige Widerlegung der Behauptung, daß Deutsche humorlos sind, wurde sofort zu einem Bestseller. Und in Stuttgart berichteten Buchhandlungen, sie hätten in den hundert Jahren ihres Bestehens noch von keinem anderen Drudewerk so viele Exemplare verkauft (Der Spiegel).Thaddäus Troll (eigentlich Dr. Hans Bayer), geboren am 10. 3. 1914. in Bad Cannstatt, studierte in Tübingen, München und Leipzig Germanistik, vergleichende Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Zeitungswissenschaft. Nach dem Kriege wirkte er als Mitbegründer mehrerer Zeitungen und Zeitschriften. Unter seinem bürgerlichen Namen ist er als Theaterkritiker tätig, während er als Thaddäus TroU iatiren und Feuilletons schreibt, wobei er nach eigener Aussage auf dem für uns Deutsche befremdlichen Standpunkt steht, daß langweilig nicht gleich tief und unterhaltend nicht gleich seicht sein muß. 1963 erhielt er den Theodor Wolff-Preis für literarische Betrachtungen. Er gehört dem Vorstand des Süddeutschen Schriftstellerverbandes an, ist Mitglied des Rundfunkrates des Süddeutschen Rundfunks und veröffentlichte zahlreiche Bücher, unter anderem die Romane Sehnsucht nach Nebudistan (1956), Herrliche Aussichten (1959), Hilfe, die Eltern kommen (1964), die Theaterbücher Theater von hinten (1955) und Warum Theater? Eine Fibel für Theaterfreunde und solche, die es werden wollen (1967) sowie Trostbüchlein für Männer (1956), Reisen Sie auch so gerne? (i960), Auf ewig dein (Satiren) (1961), Das Neueste von Thaddäus Troll (1961), Lehrbuch für Väter / Unsystematische Lektionen im Umgang mit Töchtern (1963), Da lob ich mir den heitern Mann / Rezepte gegen Tüdken des Lebens und Ärgernisse lies Alltags (1965), Genesungsgruß / Trostbüchlein für Gesunde, Kranke und solche, die es nicht werden wollen (1966), Wie man sich bettet / Eine heitere Gute-Nacht-Lektüre (1968) und Kochen mit Thaddäus Troll (1969). Thaddäus Troll ist verheiratet, hat drei Töchter, hält sich besonders begabt für die Kochkunst und lebt in Stuttgart.i. KapitelSCHWABE IST, WER SCHWÄBISCH SPRICHTLängst ist erkannt, daß der schwäbische Stamm der schwierigste, rätselhafteste aller deutschen Stämme ist. In ihm sind die heftigsten Gegensätze zusammengespannt, oft treffen sich in ein und demselben Individuum äußerste Kühnheit mit befremdlicher Zaghaftigkeit, Rebellentum mit Philisterei, gewinnende Freundlichkeit mit verstimmender Räsheit, Geschicklichkeit mit Tolpatsdiigkeit, Standfestigkeit mit Labilität, Mißtrauen mit Zutraulichkeit, Höhenflug mit Horizont-losigkeit.fritz rahn in der schwäbische mensch und seine mundartDEUTSCHLAND DEINE SCHWABEN ist kein zoologisches Buch. Denn mißgünstige Volksstämme haben die Küchenschaben, onomatopoetisch auch Kakerlaken genannt, um ein W erweitert und zu Schwaben gemacht. Diese ekligen Nachttiere lieben die Wärme, hausen deshalb mit Vorliebe in Bäckereien, geraten einem on dit zufolge auch einmal in den Brotteig und werden mitgebacken. Aber was haben sie mit uns gemein? Daß sie auch wuselig und geschäftig sind und man ihnen schlecht beikommt? Bei uns zu Lande heißen sie übrigens Russen.Das Schwäbische ist einer der markantesten deutschen Dialekte. Es ist nicht so derb wie das Bayrische, kann aber noch derber sein. Es ist nicht so weich wie das Sächsische, kann aber noch wabbliger klingen. Der schwäbische Dialekt ist so widersprüchlich wie der Schwabe. Der Sachse Peter von Zahn fragt, warum eigentlich das Sächsische schlimmer klinge als das Schwäbische. Antwort: Weil im Schwäbischen die Vokale meist voll und stark, im Sächsischen aber dumpf und schwach und die Konsonanten noch weicher gesprochen werden. Dennoch legt Peter von Zahn damit den Finger auf das Trauma des Schwaben, den seine Mundart und sein Ruf jahrhundertelang zum deutschen Nationaldeppen gemacht haben. Der Hanswurst im Theater trat in schwäbischer Tracht auf, in hirschledernen, eng anliegenden Hosen mit dem großen Schwabenlatz. Zahllose Schwanke, zum größten Teil von Schwaben in lächelnder Selbsterkenntnis selbst erfunden, schilderten ihn als komische Figur. Die Schwabenstreiche der Sieben Schwaben wurden zum geflügelten Wort. Daß sich, wie bei Schwejk, hinter der Maske der Einfalt der überlegene Schalk, hinter der Einsicht, erst mit vierzig gescheit zu werden, pragmatische Intelligenz verbirgt das zu bemerken waren die, die sich über die Schwaben lustig machten, nicht intelligent genug.Vielleicht sind es die urigen Naturlaute, wie aha statt ja, a-a statt5