Bővebb ismertető
Vorwort Der stándige Wechsel der Landschaftsbilder, den man auf einer Reise durch Deutschland von Norden nach Süden staunend erlebt. beruht in erster Linie auf den drei groBen geologischen Stufen, die von den Meeresküsten und dem Tiefland über die Mittelgebirgsschwelle bis zum majestátischen Hochgebirge führen. Mit dieser groben Gliederung ist es aber keineswegs getan. Dazwischen gibt es unendlich viele Übergánge und Besonderheiten, die dem Auge immer neue Überraschungen bescheren. Da ist in den norddeutschen Niederungen das Beieinander von Marsch und Geest. von Mooren und Heiden, von Seen und Hügelketten. Unmerklich fast vollzieht sich dann für den von Norden kommenden Reisenden der Übergang vom horizontweiten Tiefland ins reich gegliederte Bergland, das im Teutoburger Wald und im Weserbergland seine ersten Ausprágungen erfáhrt, um mit dem unvermittelt bis zum 1142 m hoch ragenden Massiv des Harzes zum erstenmal Gebirgscharakter zu erhalten. Von nun ari folgen die Bilder aufeinander wie in einem grandiosen Film: waldreiche Berglandschaften werden von breiten, fruchtbaren Talungen oder von engen, romantischen FluBtálern durchzogen; Rhein, Weser und Elbe schaffen die groBe Gliederung von West nach Ost, wáhrend Main und Donau durch ihre westöstlichen Lángstáler den süddeutschen Raum übersichtlich aufteiJen. In diesem Fácherwerk der Flüsse entfalten die Mittelgebirge von der Eifel bis zu den Sudeten, vom Sauerland bis zum Schwarzwald ihre verwirrende Vielfáltigkeit, die es sogar dem Kundigen nicht leicht macht, aus dem Gedáchtnis die einzelnen Berglandschaften einander richtig zuzuordnen. Das Erstaunliche ist, daB sie alle ihre Besonderheit habén und eigentlich unverwechselbar sind: Reinhardswald und Knüll, Hoher MeiBner und Vogelsberg, Hunsrück und Taunus, Eifel und Rhön, Odenwald und Spessart - von den gröBeren Gebirgsmassiven der Sudeten, des Erzgebirges und des Böhmer- und Bayerischen Waldes, der Schwábischen und Fránkischen Alb sowie des Schwarzwaldes ganz zu schweigen. Der überwáltigende Wechsel von der offenen Landschaft des Voralpenlandes mit ihren wasserreichen Wildflüssen und herrlichen Seen zum erhabenen Hochgebirge bildet den Ausklang einer Reise, wie man sie mit áhnlichem Erlebnisreichtum kaum in einem anderen Land Europas unternehmen kann. Diese Vielgestaltigkeit der deutschen Landschaft einschlieBlich der Gebiete jenseits der Elbe vor den Augen des Beschauers auszubreiten, mit all den groBen und kleinen Stádten, an denen Deutschland überreich ist, stellte sich der Herausgeber des vorliegenden Bildbandes als Aufgabe. Das schien kein mühevolles Unternehmen zu werden, denn es standén die Aufnahmen einer ganzen Reihe namhafter deutscher Photographen zur Verfügung, und es hatte den Anschein, als brauche man nur in diese Füllé hineinzugreifen, um den idealen Bildband über Deutschland zu gestalten. Aber diese Füllé erwies sich als auBerordentlich erschwerend. Sie machte erst deutlich, wie unermefilich reich Deutschland an landschaftlichen Schönheiten, an Stádten und Bauwerken ist und daB der Versuch, diesen Reichtum durch eine möglichst groBe Zahl von Bildern sich widerspiegeln zu lassen, von vornherein zum Scheitern verurteilt sein muBte. Angesichts der Tausende von Aufnahmen wuchs schnell die Erkenntnis,daBdasProblem nur auf einem anderen Weg zu lösen war: an die Stelle der Zahl, der Vielfalt muBte das Prinzip der wohíabgewogenen Auswahl treten. Es begann die Suche nach dem typischen Bild, das man stellvertretend prásentieren könnte. Das norddeutsche Tiefland beispielsweise hat viele Gesichter, je nachdem, ob man zwischen den Knicks in Schleswig-Holstein, auf dem Geestrücken an der Elbe oder im Teufelsmoor bei Worpswede wandert, aber ein einziges Bild aus der Lüneburger Heide, das einen einsamen Sandweg zwischen dunklen Wacholdersáulen zeigt, vermag die grenzenlose Weite und die beglückende Stille wiederzugeben, die auch heute groBe Teile der meeresnahen Tiefebene kennzeichnen. Ein Stádtchen im Neckartal mit seiner wehrhaften Ummauerung und den von Bürgerstolz und Wohlhabenheit zeugenden Fachwerkháusern steht für ungezáhlte Orte zwischen Main und Donau. Und wenn es nach einem heimatbegeisterten Photographen gegangen wáre, der bei der gemeinsamen Durchsicht seiner Bilder von den Alpen und dem Alpenvorland unentwegt neue Aufnahmen herbeibrachte und nicht ohne Überzeugungskraft darlegte, warum man bei der Darstellung dieses Gebietes auf keines von all diesen Bildern verzichten könnte, so hátte der ganze Bildband alléin den Bayerischen Alpen gewidmet werden müssen. Statt dessen muBte man sich damit begnügen.