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Karl Eller - Die Akropolis [antikvár]
 
DIE AKROPOLIS Sage, wo ist Athen? ist über den Urnen der Meister Deine Stadt, die geliebteste dir, an den heiligen Ufern, Trauernder Gott, dir ganz in Asche versunken; Oder ist noch ein Zeichen von ihr, daß etwa der Schiffer, Wenn er voräberkommt, sie nenn' und ihrer gedenke? Stiegen dort die Säulen empor und leuchteten dort nicht Sonst vom Dache der Burg herab die Göttergestalten? och in der Zeit um 1800, als Hölderlin in seinem „Archipelagus" das in Trümmer und Asche ver- 1 sunkene Athen beklagte, ist ein Besuch der Akropolis...
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DIE AKROPOLIS Sage, wo ist Athen? ist über den Urnen der Meister Deine Stadt, die geliebteste dir, an den heiligen Ufern, Trauernder Gott, dir ganz in Asche versunken; Oder ist noch ein Zeichen von ihr, daß etwa der Schiffer, Wenn er voräberkommt, sie nenn' und ihrer gedenke? Stiegen dort die Säulen empor und leuchteten dort nicht Sonst vom Dache der Burg herab die Göttergestalten? och in der Zeit um 1800, als Hölderlin in seinem „Archipelagus" das in Trümmer und Asche ver- 1 sunkene Athen beklagte, ist ein Besuch der Akropolis das Vorrecht weniger gewesen. Aber auch für sie war es ein Wagnis, den von wildem Gestrüpp überwachsenen, von türkischen Posten bewachten Burgberg zu ersteigen, um sich inmitten von Schutt und geborstenen Säulen dem Gedenken an die große Vergangenheit hinzugeben. Es sei denn, daß einer wie der junge schottische Lord Elgin (1801) sich mit List und großen Geldopfern vom Sultan einen „Ferman" zu erwirken wußte, der ihn und seine Helfer unter polizeilichen Schutz nahm, „wenn sie einige Steinblöcke mit Inschriften oder Figuren darauf wegzunehmen wünschten". Erst nachdem Griechenland im Jahre 1828 nach fast einem halben Jalirtausend der Unterdrückung die politische Freiheit wiedergewonnen hatte, trat auch das in Bedeutungslosigkeit versunkene und tot geglaubte Athen nach und nach wieder in lebendige Erscheinung. Der Schutt aus der Zeit der Fremdherrschaft verschwand, und eingestürzte Tempel wurden wieder aufgebaut. Die Akropolis im besonderen wurde für das neuerwachte Griechentum, ja für ganz Europa zu einem flammenden Symbol seiner uralten Kultur. Nach Byrons Vorbild wanderten jetzt viele ins „heilige Land" der Griechen, in dem lebendigen Bekenntnis, daß sie, die Erben der Römer, den Hellenen nichts geringeres als ihre „Seele" danken. Kaum ein zweiter Ort Griechenlands schenkt dem heutigen Besucher eine ähnliche Fülle bewegender Erinnerungen wie der ehrwürdige Burgberg Athens. Eine Jahrtausende umspannende Geschichte, die uns Abendländern noch heute, ja in der Gefahr des Heute mehr denn je eins Herz greift, scheint in diesen Schicksalshügel wie in einen magischen Punkt zusammengedrängt und zum durchsichtigen Kristall geworden. Was hat uns allein das alte Dionysostheater am Fuß der Akropolis zu erzählen! Hier — im Heiligtum des Dionysos Eleuthereus am Südosthang des Hügels — tanzte im fünften vorchristlichen Jahrhundert der Chor im Rund der Orchestra um den Altar die großen Dramen der drei Tragiker, die an geheiligten Tagen das lauschende Volk mit gewaltigen Bildern erschüttert haben. Freilich müssen wir uns diesen Ort anders denken, als er sich heute unserem Blick zeigt. Bald, nachdem Thespis mit seinem Karren nach Athen zog (.534 v. Chr.), um im den Dionysien mit seinem Chor den Gott zu feiern, wurde das Theater ausgehoben. Erst in der Blütezeit der attischen Tragödie stattete es Perikles mit Sitzreihen aus; die steinernen Bänke stammen aus der Zeit der politischen Machtlosigkeit Athens, als es aber der kulturelle Mittelpunkt der Welt war (um 330 v. Chr.). Eine Spielbühne als Abschluß kcinnte die große Zeit des Theaters nicht; diese Bauten sind ebenfalls um 330 hinzugefügt worden. Die Marmorschranken endlich sind aus der Zeit, in der man nicht mehr am Theater, sondern an Tierhetzen Gefallen fand. Noch weit erhabener und heiliger war den Griechen die von Mauern umschlossene Fläche des Burgberges, schon seit alters der Stadtgöttin Athena geweiht. Die Spuren der ältesten Besiedelung der Akropolis reichen in die Zeit um 3000 v. Chr. zurück. An der Südseite des Berges wurden damals erste Wohnstätten errichtet. Die einwandernden griechischen Stämme fanden in dem aufragenden Hügel willkommene Gelegenheit, dort eine Burg zu erbauen, ähnlich wie die in Mykene und Tiryns (14. Jahrh.v. Chr.). Von dem Megaron des Palastes sind noch zwei steinerne Basen für die Holzsäulen

Termékadatok

Cím: Die Akropolis [antikvár]
Szerző: Karl Eller
Kiadó: Hans E. Günther Verlag
Kötés: Félvászon
Méret: 200 mm x 280 mm
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