Bővebb ismertető
EINFÜHRUNG In altén Ansichten soll hier die Bodenseelandschaft aufgezeigt werden, aus Zeiten, in denen die Natúr noch in ihrer ursprünglichen Schönheit die Menschen beglückte. Diese altén Bilder mögen uns die reine, von Menschenhand noch unverdorbene Landschaft am See vor Augen führen, zugleich aber all die Stádte und Dörfer am Ufer oder in der Nachbarschaft des Sees in ihrer einstigen Gestalt vorführen. Ohne uns zeitlidi auf eine gewisse Periode zu beschránken, sind Ansichten, beginnend mit dem spáten 15. Jahrhundert bis etwa zur Mitte des vorigen Jahrhunderts ausgewáhlt, wobei allerdings der Nachdruck auf den Jahren um 1800 liegt. Dabei hat es sich von selbst ergeben, daft diese Ansichten neben Gemalden, Aquarellen und Handzeichnungen vorwiegend aus Graphik bestehen, die mehr als andere Techniken unter die Leute kam, alsó Holzschnitte, Kupferstiche und Radierungen, endlich Steindrucke und Stahlstiche. Lange geschmáht, sind solcherlei graphische Ansichten oder Veduten, wie man sie auch zu nennen pflegt, heute wieder recht begehrt geworden. Diese Bilder sollen begleitet sein von Schilderungen der Stádte am See und der Landschaft, sowohl aus altén Chroniken und Topographien wie aus man nigfaltigen Reiseberichten, aus Tagebiichern und Briefen. Dabei wird sich erweisen, dafi bis zum spáten 18. Jahrhundert die Quellen zunáchst noch recht dürftig fliefien, bis endlich ein neues Naturgefühl, ein neues Sehen in den Menschen erwacht ist und die landschaftlichen Schönheiten erst wirklich erkannt werden. Es soll alsó hier versucht werden, einmal dieser künstlerischen und literarischen Entdeckung der Bodenseelandschaft nachzuspüren. Bei den Schilderungen im Worte aber mufite die Auswahl der Textauszüge, die tunlichst ohne Veránderung des Originaltextes gegeben werden, darauf bedacht sein, möglichst wenig an Politischem oder Wirtsdiaftsgeschiditlidiem herauszustellen, um so mehr aber Beschreibungen der Landschaft selbst zu Wort kommen zu lassen. Über gar vieles in jenen oft recht subjektiven Betrachtungen wird man freilich heute anders denken; gar manches ist überholt, was an geschichtlichen und geographischen Bemerkungen darin erscheint; doch wollen wir uns versagen, schulmeisterliche Randnotizen anzufügen. So mögen uns die altén Bilder und Berichte in Gedanken in eine Vergangenheit zurückführen, als noch Ruhe und Abgeschlossenheit über einer friedlichen Natúr waltete. Das Bodensee-Erlebnis des Deutschen ist dem heutigen Reisenden nicht mehr in dem Mafíe geschenkt wie früher - ganz abgesehen von der wohl einst gröfieren Aufnahme- und Erlebnisfáhigkeit und Innerlichkeit beim Reisenden, als man gemáchlidi in der Kutsche oder reitend über dem Hegau, auf den Höhen von Tettnang oder über Lindau die erste überraschende Schau zum See und zum Hochgebirge gewann. In den Reiseberichten kommt dieses Erlebnis immer wieder deutlich zum Ausdruck, vielleicht am schönsten bei dem jungen Maler Joseph Anton Koch oder bei Jung-Stilling. Für den Deutschen, der nach den Alpen strebt, dessen Ziel Vorarlberg, Graubünden oder die Ostschweiz gewesen sein mochte, ist mit der ersten Schau des Sees auch der erstmalige Anblick des Gebirges verbunden. Für ihn bedeutet der Bodensee