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VORWORT
„ Ubi Turguo stat ."
Mit diesen Worten tritt Torgau in einer Urkunde, die am 5. Juni 973 in Magdeburg ausgefertigt wurde, in das Licht der Geschidite. Seit dieser Zeit entwickelte sich am westlichen Ufer der Elbe, an der Kreuzung bedeutender Handelswege, die Stadt Torgau. Für das Institut für Denkmalpflege war es eine Verpflichtung, an der Schwelle zum zweiten Jahrtausend des Bestehens der Stadt die Denkmale von Torgau, die Zeugnisse ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung, in einem Inventar zu erfassen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten sind in Torgau die großen Denkmale der Stadt restauriert worden: Das Renaissanceschloß Hartenfels ist im Rahmen einer Gesamtinstandsetzung in seinem Äußeren in ursprünglicher Farbigkeit wiederhergestellt; rings um das Schloß entstanden Grünanlagen, die es ermöglichen, die großartige bauliche Konzeption der Gesamtanlage zu erleben. In der Stadt wurden eine Reihe historischer Bürgerhäuser wiederhergestellt. Mit dem Wiederaufbau des Hauses Markt Nr. 3 und der Sanierung der Mohren-Apotheke ist die architektonische Geschlossenheit des Marktes wiedergewonnen. Am Rathauskomplex begann 1971/72 eine grundlegende Sanierung, als deren erster Abschnitt die platzbeherrschende, aber bisher unter der Überbauung aus dem 19. Jh. verborgene Renaissancefassade freigelegt und restauriert werden konnte. Hier verdeutlicht sich, daß es nicht nur möglich, sondern im Sinne der Forderung nach individuellen städtebaulichen Lösungen auch notwendig ist, historische Altstadtbereiche zu rekonstruieren, dem modernen gesellschaftlichen Leben zu erschließen und in die städtebauliche Gesamtkomposition der neuen Stadt organisch einzubeziehen. In den letzten Jahren wurde auch die Marienkirche einer Restaurierung unterzogen, dabei gewann man neue Erkenntnisse zur Baugeschichte. Vor allem aber ist nach Entfernung der umfangreichen Einbauten aus dem 19. Jahrhundert die großzügige spätmittelalterliche Raumkonzeption und ihre Farbigkeit wiederhergestellt. Die praktische Tätigkeit der Denkmalpflege in Torgau und die damit verbundene Forschung waren für diesen Band von besonderem Wert. Archäologische Untersuchungen setzten für die Auswertung vorhandener Literatur und Quellen und für die Baugeschichte der Stadt neue Akzente. Ein zweiter Grund, die Denkmale der Stadt Torgau in diesem Inventar zu publizieren, war die Überlegung, daß Torgau dank seiner Lage an der Elbe und am Rande der Dahlener und Dübener Heide geeignet ist, zwischen den großen Industrieballungen des Cottbuser Bezirkes und der Bezirke Leipzig und Halle Mittel-