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Heinz Klemm - Die Entdeckung der Sächsischen Schweiz [antikvár]

Die Entdeckung der Sächsischen Schweiz [antikvár]

Heinz Klemm

 
Adrian Ludwig Richter (1803-1684): Die Basteifcisen bei Rathen. KupferstiA Ocbtüd^ von hzv f)nu0türe Alle Schweizer, welche die hiesige Gegend besucht haben, versichern, daß sie mit den schweize-risdicn Gegenden sehr viel Ähnlichkeit habe--- (Wilhelm Leberecht Götiinger im Jahre 1 786) Was brucht das Sachse Schwyzerland Bis daß es is e Vaterland — "Was bruclit die Sachse Schwyz? E weni höhere Flüeh (Berpe), E weni feissere Chüeh (fettere Kühe), E Rhyfall (Rheinfall) un e Thunersee Un eppen nu (dazu noch) e hampfle Schnee —...
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Adrian Ludwig Richter (1803-1684): Die Basteifcisen bei Rathen. KupferstiA Ocbtüd^ von hzv f)nu0türe Alle Schweizer, welche die hiesige Gegend besucht haben, versichern, daß sie mit den schweize-risdicn Gegenden sehr viel Ähnlichkeit habe--- (Wilhelm Leberecht Götiinger im Jahre 1 786) Was brucht das Sachse Schwyzerland Bis daß es is e Vaterland — "Was bruclit die Sachse Schwyz? E weni höhere Flüeh (Berpe), E weni feissere Chüeh (fettere Kühe), E Rhyfall (Rheinfall) un e Thunersee Un eppen nu (dazu noch) e hampfle Schnee — Das brucht die Sachse Schwyz. (Eintragung eines echten Helvetiers in das Fremdenbuch der Bastei im Jahre 1 832) Eines Tages kam sie, erregt und fröhlich, mit einem aufgeschlagenen Budi in der Hand. „Jetzt weiß ich, was du anziehen mußt", sagte sie. „Was, wann anziehen?" „Fahren wir nächste Woche in die Schweiz oder nicht?" „Ich denke, ja." Wenn ein Dresdner von der „Schweiz" spricht, meint er nur in den allerseltensten Fällen Davos oder St. Moritz. Gewöhnlich meint er die Schweiz vor seiner Haustüre, die Sädisische. „Idi les' dir's vor. ,Die Kleidung sei bequem und anständig. Man suche dabei, soviel als möglich, alles Auffallende, Auszeidinende und Sonderbare zu vermeiden. Ein ganz kurzer Leibrock oder Frack von beliebiger, nur nicht zu dunkler, am besten melierter Farbe „Idi hab' doch keinen melierten Frack . . „Dann wird sich der Flerr einen beim Schneider bestellen müssen." „Der Herr wird — wie war das? — alles Auffallende und Sonderbare vermeiden und seine kurze Hose anziehen. Bequem und anständig. Von wann ist denn diese Empfehlung?" „Vom Jahre 1805. Es geht noch weiter. .Endlich rate ich audi, nicht ohne Handschuhe zu reisen, um die Hände, die besonders auf Fußtouren leicht von Sonnenbrand, Staub und Schweiß leiden, gut zu conservieren, teils audi, weil manche Wirte von der Beschaffenheit der Hände auf den Stand der Reisenden sdiließen und danach ihr Betragen einzurichten pflegen "' Ich sah aufmerksam auf meine Fingernägel. 1805 war es noch ziemlich neu, daß man nach der Sächsischen Schweiz reiste und in dem Ländchen der Schiffer, Schiffszieher, Steinbrecher, Fischer, Waldarbeiter und Bergbauern Geld unter die Leute brachte. Alle profitierten von den Fremden. Die einen führten für ein Trinkgeld die Besucher, sie trugen ihnen das Gepäck nach oder schleppten ältere, beleibte Damen in Tragsesseln auf den Basteifelsen oder auf den Kuhstall; die anderen, die Anno 1805 noch dilettantisch nach dem Zustand der Hände die Preise taxiert hatten, brachten es bald zu größeren Fertigkeiten, und ihre Enkel waren hundert Jahre später Hotelbesitzer, Aktionäre, Männer mit großen Vermögen und noch größeren Plänen. Frack und Handschuhe . . . Wir hatten, meist gemeinsam, allerlei alte Bücher über die Sächsische Schweiz gelesen oder wenigstens in ihnen geblättert, hatten romantische Zeichnungen oder Stiche gesehen, dabei waren uns Vergnügen und Belehrung eins geworden. Und jetzt schien die Sonne durdi die Gardinen, warm und werbend. „Ich habe", erklärte sie weiter, „eine Idee." Wie um die Unwiderlegbarkeit ihrer Idee von vornherein zu bekräftigen, klappte sie ihr Buch, die „Fußwanderungen durdi Sachsen und dessen romantische Schweizergegenden", mit einer kecken und knappen Handbewegung zu und sagte: „Das läßt mich nicht los. Da sind sie vor hundertfünfzig oder mehr Jahren zum ersten Male durch die .Schweiz' gewandert, Künstler, Schriftsteller, Pastoren, Heimatfreunde, und haben aufgeschrieben und haben gezeichnet, was sie sahen, was sie empfanden. Und wie sie es empfanden. Wenn wir diesmal fahren, sollten wir ein paar von diesen Büchern in die Tasche stecken und manchmal den alten Wanderwegen ein Stück nachgehen."

Termékadatok

Cím: Die Entdeckung der Sächsischen Schweiz [antikvár]
Szerző: Heinz Klemm
Kiadó: Sachsenverlag
Kötés: Félvászon
Méret: 200 mm x 250 mm
Heinz Klemm művei
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