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VorwortDer Österreicher blickt voll Zuversicht - in die Vergangenheit". An dieses sarkastische Wort von Karl Kraus ist es gut sich zu erinnern, wenn Jubiläen und Festakte ins Haus stehen. Denn da liegt die Versuchung nahe, die Vergangenheit zu verklären und in ein glorreiches Licht zu stellen, die Zukunft aber aus dem Auge zu veriieren. Der Spott des großen Moralisten und Satirikers ist eine heilsame Erinnerung - auch für evangelische Christinnen und Christen. Denn eine unkritische Glorifi-zierung der Geschichte und eine kleinmütige Zukunftsvergessenheit widersprechen ja auch dem christlichen Glauben.Die vorliegende Festschrift beabsichtigt beides nicht. Sie will in erster Linie die fünzig Evangelischen Wochen seit 1927 dokumentieren, sie in den größeren Rahmen der Zeitgeschichte einordnen und als ein Beispiel evangelischer Erwachsenenbildung kritisch würdigen. Das geschieht zu einem Zeitpunkt, da Bildung zunehmend nicht nur ein Thema der öffentlichen, sondern auch der kirchlichen Diskussion wird und insbesondere auch Erwachsenenbildung als ein wichtiger Bereich kirchlicher Verantwortung erkannt wird. Natürlich stellen sich Situation und Anlaß heute ganz anders dar als im Jahr 1927, in dem derdamalige Wiener Jugendpfarrer Georg Traar die Evangelische Woche" ins Leben rief Darüber gibt sein Rückblick auf die Anfänge Aufschluß, den er 1973 für die SAAT verfaßt hat.Einer, der durch Jahrzehnte hindurch die Evangelischen Wochen aufmerksam verfolgte, ist Bertram Regius. Seine Gedanken zur Evangelischen Woche" sind durch Erinnerungen an Referenten und Ereignisse vor 1938 geprägt. Schon in seinem Beitrag wird deutlich, wie sich die Evangelischen Wochen damals mit den politischen Vorgängen und Entwicklungen dieser Jahre berührten. Kari Schwätz geht in seinem zeitgeschichtlichen Essay mit dem bewußt rätselhaften Titel Gut und männlich und stark!" diesen Zusammenhängen grundsätzlich nach und zeigt sie anhand der Referenten und ihrer Vorträge auf Dadurch erscheint die Evangelische Woche in Wien nicht nur im Spiegel der Geschichte, sondern wird selbst zum Spiegel des österreichischen Protestantismus zwischen Ständestaat und Nationalsozialismus.1958 wurde die Evangelische Woche nach einer zwanzigjährigen Pause von Georg Traar , nunmehr Superintendent in Wien, wieder eingerichtet - auch das ist in einem faksimilier-