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EBERHARD HEMPEL / FRITZ LÖFFLER
DIE KATHOLISCHE HOFKIRCHE ZU DRESDEN
Die Berufung Chiaveris und seine Leistung Die Dresdner Hofkirche, errichtet 1738-1754, entstand gleichzeitig mit einer Anzahl berühmter katholischer Gotteshäuser des Spätbarocks, so Balthasar Neumanns Kirchen von Vierzehnheiligen und Neresheim, Domenikus Zimmermanns Wallfahrtskirche auf der Wies, Johann Michael Fischers Klosteranlage in Ottobeuren und vielen anderen. Sie unterscheidet sich jedoch in ihrer Gestalt wesentlich von diesen Bauten, da sie unter eigentümlichen Verhältnissen in einem protestantischen Lande geschaffen wurde. Der Architekt, dem der Sohn Augusts des Starken, König August III., den Auftrag zum Bau gab, Gaetano Chiaveri (1689 bis 1770), eine sehr ausgeprägte Persönlichkeit, war ein Römer, der im Alter von 49 Jahren an dieses Hauptwerk seines Lebens herantrat. Er hatte sich im Dienst Peters des Großen einen Namen gemacht. Schon beim Aufbau von dessen glänzender Residenz, dem damaligen St. Petersburg, das an der Mündung der Newa in die Ostsee aus dem Nichts entstand, wurden ihm die Möglichkeiten klar, die sich für den Kirchenbau aus der Verbindung mit weiten Flußräumen ergaben. Auch die schwierigen technischen Aufgaben, die sich bei Gründungen am Flußufer einstellten, lernte er kennen. All dies befähigte ihn zu der großen Leistung, die er in Dresden vollbrachte. Der Bau einer katholischen Kirche hatte nach dem um der polnischen Königskrone willen erfolgten und zunächst auf seine Person beschränkten Glaubenswechsel Augusts des Starken 1697 lange auf sich warten lassen. Der König begnügte sich vorerst mit einer Kapelle innerhalb der Dresdner Residenz und einer Veränderung der Schloßkapelle in Moritzburg. Erst 1707/08 gestaltete J. Chr. Naumann das ehemalige Opernhaus am Taschenberg interimistisch zu einem Kirchenraum um, während R. Le Plat die Inneneinrichtung anleitete. Durch die 1719 geschlossene Ehe des ebenfalls konvertierten Kurprinzen mit der österreichischen Erzherzogin Maria Josepha, Tochter Kaiser Josephs I., war die Rekatholisierung des gesamten Hauses Wettin der albertinischen Linie vollzogen und eine neue Situation gegeben. Seit 1730 beschäftigte der Kurfürst-König Zacharias Longuelune mit Projekten für einen neuen, ebenfalls innerhalb der Schloßanlagen auszuführenden Bau, ohne daß er zu einer Lösung gelangte.
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