Bővebb ismertető
VORWORT Wer seine Heimat kennt, weiss nicht nur um deren Landschaft, sondern auch um deren Geschichte. So wie sich im Aushlick von hoher Warte die Káhe mit der Ferne vereint, so verhinden sich dem geistigen Auge Vergangenheit und Gegenwart. Alles Heutige wird dann zur Frucht des Einstigen, doch auch die Geschichte ihrerseits verliert im innern Zusammenhang der Generationen ihr abgeschlossenes Dasein und wird zu einer wesentlichen Dimension unseres Bewusstseins. Noch umgehen uns die Kirchen und Burgen des Mittelalters, noch hűden Rathaus und Zunftháuser den sichtbaren Kern unserer Stadte, noch reihen sich eng zusammengedrángt die Wohnhauser an den Gassen der Altstadt, und manches ehrwürdige Gebaude wirkt noch heute als Mittelpunkt unserer Dörfer. Koch blicken die Bildnisse von langst Dahingegangenen auf uns nieder und nicht nur die Sale der Rat- und Zunftháuser, sondern auch mancher bescheidenere Wohnraum hat sein ursprüngliches Aussehen zu bewahren vermocht. Ueberall umgeben uns Dinge, die ihrer Entstehung nach scheinbar durch viele Generationen von uns getrennt sind, und doch bilden sie einen Bestandteil unseres Daseins in einem tieferen Sinne, als manches, was erst gestern und heute entstand. Meist ist es dabei nicht einmal die Leistung in ihrem absoluten Wert, sondern mehr der dem Ver stand nicht náher erfassbare Umstand, dass solche Dinge die Zeit überdauernd in unsere Gegenwart hineinreichen und damit eine Brücke schlagen zwischen den Geschlechtern. Alt gewordene Dinge habén eine seltsam stille und doch eindringliche Sprache, die an unser Herkommen mahnt, ahnlich wie eine scheinbar aus Zufall aufgetauchte Erinnerung aus fernen Tagén. Es kann vorkommen, dass man ob dem Zauber der Vergangenheit das Recht der Gegenwart vergisst. Dann jedoch gilt es, rechtes Mass zu hallen zwischen dem Raum, den das Neue for dem darf und soll, und dem Altén, das zwar allmahlich fallen muss und doch sein eigenes Recht auch in unserem Leben hat. Die Werke früherer Zeiten sprechen zu uns in ihrer eigenen Sprache, und nicht zuletzt daher rührt der Abstand, der die Gegenwart von der Vergangenheit trennt. Nie aber ist eine solche Sprache Selbstzweck, son-