Bővebb ismertető
Wolfram Fischer
Einleitung
Dieser zweite von drei Bänden zur Geschichte der Bediner Akademien der Wissenschaften enthält die für den Druck überarbeiteten Referate, die auf einem Symposion vom 29. bis 31. Oktober 1998 gehalten wurden. Hinzu kam ein Beitrag zur Lebensgeschichte eines Mitarbeiters der Akademie, auf den weiter unten noch eingegangen wird, sowie der Versuch einer Zusammenfassung durch die Herausgeber.
Zielsetzung und Fragestellungen der Arbeitsgruppe zur Akademiegeschichte hat Jürgen Kockáim ersten Band, der unter dem Titel „Die Königlich Preußische Akademie der Wissenschaften zu Berlin im Kaiserreich" 1999 im Akademie Verlag erschien, ausführlich dargelegt. Sie gelten auch für diesen zweiten Band, der die schwierigen Jahre der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus behandelt. Auch diesmal begnügen wir uns nicht mit einer reinen Akademiegeschichte, sondern fragen nach ihren Bezügen sowohl zur allgemeinen Wissenschaftsenrwicklung wie zu den politischen und gesellschafdichen Rahmenbedingungen. Diese waren im Zeitraum zwischen 1914 und 1945 gravierenden Veränderungen unterworfen, denengegenüber die Zeit des Kaiserreichs als eine vergleichsweise halkyonische Epoche erscheint. Deshalb ist der erste Teil dem Verhältnis der Akademie zu Politik und Staat gewidmet, das in diesen Jahren die Akademie vor immer neue und wechselnde Herausforderungen stellte. Wolfgang J. Mommsens Beitrag eröffnet den Band mit einer Darstellung der Haltung nicht nur der preußischen, sondern auch anderer europäischer Akademien im Ersten Weltkrieg, in dem die Tradition der nationenübergreifenden Mission der Wissenschaft zerbrach; in London übrigens stärker als in Berlin oder gar in St. Petersburg, wo die Akademie keinerlei Maßnahmen ergriff, um Mitglieder aus „Feindstaaten" auszuschließen. Wolfgang Hardrwig schildert den schwierigen Übergang in die Weimarer Republik, in der sich die Mehrzahl der Akademiemitglieder als Vernunftrepublikaner erwies. Dieter Hoffmann legt dar, wie Max Planck als einer der führenden Köpfe der Akademie die Tradition der Preußischen Akademie und ihren wissenschafdichen Standard in zwei so unterschiedlichen Regimen zu retten versuchte und doch manche Zugeständnisse machen zu müssen glaubte. Schließlich erörtert Peter Th. Walther, welche Freiräume sich die Akademie im Nationalsoziaiismus zunächst erhalten konnte, bis dann in den späten dreißiger Jahren ihre Führung mit Nationalsozialisten besetzt wurde, die ihrerseits sich im zunehmend chaotischen System des „Dritten Reiches" gegenüber Ministerium