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DIE ST. GEORGS-KAPELLEshelagh bondDie St. Georgs-Kapelle überblickt den Unteren Hofbezirk und beherbergt seit 500 Jahren die St. Georgs-Stiftung und den Hosen-bandorden. Sie bildet den Abschlufi einer Reihenfolge von Kapellenj von denen die erste gegen Ende des 11. Jahrhunderts für die Garnison, den König und den Hofstaat erbaut wurde. Im Jahre 1240 ordnete Heinrich III im Unteren Hofbezirk, an der Stelle, wo sich heute die Albert-Gedachtnis-kapelle befindet, den Bau einer Kapelle an, die Eduárd dem Bekenner geweiht werden sollte.Gründung und StiftungEduárd III., der Enkel Heinrichs III.,wares,der 100 Jahre spater, durch seine beiden Stiftungen, der Kapelle eine weit gröfiere Bedeutung gab, als es sonst bei einer gewöhnlichen Schlofikapelle üblich war. Anfang des Jahres 1348 gründete er den höchst ehrenvollen Hosenbandorden, eine 'Gemeinschaft, Brüderschaft und Stiftung der Ritter'. Diese Ritter, ein-schliefilich des Königs 26 an der Zahl, waren verpflichtet, 'einander Treue und Freundschaft zu beweisen', und das berühmte blaue Hosenband sollte als 'Symbol des Einvernehmens' gelten. Auf diese Weise band Eduárd III., mit der Bürgschaft der Eintracht und des Friedens, solch bedeutende Krieger wie den Schwarzen Prinzen, den Grafen von Warwick und den Grafen von Salisbury an sich. Der Orden versinnbildlichte die neuen Ideale der Ritterlichkeit und verrin-gerte gleichzeitig die Gefahren politi-scher Unstimmigkeiten. Wegen der grofiartigen Turniere, der alljáhrlichen Feste und des persönlichen Kontaktes mit dem König wurde die Mitglied-nebenstehende seite : Das Hauptschiff nach Osten mit der auffallend schönen Wandtafelung, den feingeformten Bögen und der rechteckigen Linienführung.rechts : Das Siegelder Stiftung, ca. 1561 angefertigt, mit der Jungfrau Maria, St. Georg und dem königlichen Wappen, von einem Strumpfband eingefafit.schaft sehr bald als höchste Auszeich-nung angesehen.Am 6. August 1348, sieben Monate nach der Gründung des Ordens, stiftete Eduárd III. die Kapelle seines Grofivaters, Heinrich III., erneut zu Ehren der Jungfrau Maria, St. Georgs und St. Eduards und brachte hier die Geistlichkeit unter. Er hatte die Absicht, eine grofizügige Messestif-tung zu gründen, die für sein Seelen-heil, sowie das seiner Familie und aller Glaubigen beten sollte. Und zwar sollte die Kapelle, in der er selbst getauft worden war, dieser Aufgabe für alle Zeiten gewidmet sein. Im Jahre 1351 verlieh der Papst der neuen Körperschaft die Unabhangigkeit von der Gerichtsbarkeit des Erzbischofs von Canterbury und des Bischofs von Salisbury (in dessen Sprengel sich Windsor damals befand). Und so wurde die St. Georgs-Kapelle zu einem ganz besonderen Fali und war und ist noch heute eine 'königlich freie' Kapelle.Obwohl der Hosenbandorden in den Gründungsurkunden und Aktén der Stiftung nicht erwáhnt wird, ist die enge Verbindung zwischen den beiden Körperschaften aus den Aktén des Hosenbandordens deutlich zu erken-nen. Der Dekán oder ein Stiftsherr sollte der Registrator des Ordens sein; die Geistlichen und die armen Ritter, (die die Ordensritter bei den taglichen Gottesdiensten vertraten) sollten Mit-glieder des Ordens werden und an den kirchlichen Handlungen teilnehmen: und die Ordensritter selbst sollten ihren Kirchenstuhl in der Stifts-kapelle bekommen. Diese Beziehungen sind bis heute erhalten geblieben.In den folgenden 10 Jahren gab Eduárd III. über L6000 für die Herrichtung der Kapelle und den Bau von Wohnhausern und Verwaltungs-gebauden'für Stift und Orden aus. Der Wohnsitz Heinrichs III. war nieder-gebrannt, seine Kapelle jedoch blieb erhalten. Sie bildete die Nordseite eines Viereckhofes, der rings um die Rasenflache, welche die Kapelle Hein-richs III. von seinen Wohngemachern getrennt hatte, gebaut werden sollte. Ein Innenhof, umgeben von einem Kreuzgang, an dem die Verwaltungs-raume, die Kapelle und die Wohn-quartiere liegen, ist eine allgemein bekannte Bauweise. Erst kürzlich hat man jedoch festgestellt, dafi sie, abgesehen von einigen Kloster-gebauden, wahrscheinlich bei der neuen Stiftung Eduards III. in Windsor zum ersten Male angewandt wurde.Die Pest verzögerte den Beginn der Bauarbeiten um zwei Jahre. doch dann wurden Baukontrolleure angestellt und und John le Sponlee zum Architekten ernannt. Zuerst mufite die Kapelle als Stiftskirche ausgestattet werden: Chorstühle wurden geschnitzt, neue Fenster mit buntem Glas versehen und eine Statue St. Georgs, die dessen Rolle des Schutzheiligen der Stiftung und des Ordens hervorhob, aufgestellt. Die Arbeiten gingen gegen den Uhrzeiger-sinn den Kreuzgang entlang vor sich,Fortsetzung Seite 6