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SPRECHENDE SCHREIENDE STEINE von Dr. József Schweitzer, Oberrabbiner im Ruhestand pensionierter Oberdirektor der Rabbinerhochschule in Ungarn Sprechende Steine: ein aus dem Latéin bekannter Ausdruck. Schreiende Steine: eine Wendung aus der Heiligen Schrift. Die sprechenden, schreienden Steine nicht alltaglicher Bauwerke und Garten sind ein Zeugnis. Verlasst man das einstigejüdische Viertel von Pest, um von der WesselényiStrafie her zur Ecke Dohány-Strafie zu gelangen, ladt der heute schon mit feinem Geschmack gestaltete kleine Park gegenüber dem Respekt einflöfienden Gebaude des Jüdischen Museums und der Synagoge zu einer kleinen Rast ein. Wahrenddessen kommen einem langst vergangene bzw. gar nicht so weit zurückliegende Zeiten in den Sinn, von denen dieser kleine Winkel der standig wachsenden ungarischen Hauptstadt berichtet. Spazieren wir nun von dem Gebaude des Goldmark-Saales in Richtung Dohány-Strafie am Heldentempel vorbei und dann durch die Arkaden. Links einbiegend kommen wir schliefilich zum Ende des riesigen Eisenzauns am Eingang der Synagoge. Was für Erinnerungen, wasfür Gefühle pragen diesen Ort! Die Fensterreihe des Palastes, der den Goldmark-Saal beherbergt, blickt auf die Synagoge hinunter. In den Ráumen im Erdgeschoss residierte einst das Rabbinat. Die hohe Körperschaft tagte jeden Mittwoch unter dem Vorsitz von Simon Hevesi. Mit der Geschaftsführung des Amtes sowie mit Problemen des Eherechts befasste sich Dr. Zsigmond Groszmann, Rabbiner der Synagoge in der Dohány-Strafie. Die rituellen Beschneidungen, die Schechita, und die damit verbundenen Tatigkeiten wurden von Dr. Benjámin Fischer, dem Rabbiner der Synagoge in der Rombach(heute: Rumbach-) Strafie beaufsichtigt. Das Amt des Sachverstandigen für halachische Probleme hatte der Rabbiner aus der damaligen Csáky-Strafie, Dr. Ármin Hoffer, Professor des Schulchan Aruch an der Rabbinerhochschule, inne. Als Sachverstandiger wirkte Dr. Miksa Weisz, Rabbiner der Synagoge in der Aréna-Strafie