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DIE TIER- UND PFLANZENWELT DES NATURSCHUTZGEBIETES VON BÁTORLIGET UND SEINER UMGEBUNGVonV. SZÉK E SS YDie in wissenschaftlichen Kreisen, auch des Auslandes, schon seit langem bekannte Niederlassung Bátorliget liegt im Nordosten Ungarns, ungefähr 15 km südöstlich der Gemeinde Nyírbátor. Noch zu Beginn des Jahrhundertes war dieses Gebiet vollkommen unbewohnt. Offene Sümpfe, Sumpfwiesen. Auwälder und trockene Eichenwälder bildeten in bunter Abwechslung einen Teil des einstmals so berühmten Sumpfgebietes Nyírség. In kurzen Jahrzehnten verwandelte sich aber das bis dahin unberührte Ursumpfgebiet'zur Kultursteppe. Dort, wo vor wenigen Jahrzehnten noch weit ausgedehnte, zusammenhängende Röhrichte und Sumpfwiesen mit Auen und tiefen Wäldern abwechselten, dort liess die rodende und entwässernde Hand des Menschen nur mehr verschwindend kleine Teile im natürlichen Zustand. Der letzte Teil des Ursumpfes von Bátorliget ist das Naturschutzgebiet in einer Ausdehnung von ungefähr 100 Morgen. In seiner heutigen Form stellt es also einen der letzten Überreste des im Nordosten Ungarns einst weit ausgedehnten Sumpfgebietes dar, zugleich aber jenen Überrest, welcher in seiner Flora und Fauna das Landschaftsbild der ursprünglichen, prähistorischen Grossen Ungarischen Tiefebene, ganz besonders aber das seines Nyírség genannten Teiles am besten erhielt und bewahrte.Bátorliget hatte schon vor Jahrzehnten die Aufmerksamkeit der ungarischen Botaniker auf sich gelenkt, da auf seinen Sumpfwiesen und an den Rändern der sie begrenzenden Auwälder eine ganze Reihe subalpiner Pflanzen wächst, welche nur als eiszeitliche bzw. nacheiszeitliche Relikte gedeutet werden können. Während nun die ungarischen Botaniker das Sumpfgebiet von Bátorliget in den letzten vier Jahrzehnten in eingehendster Weise durchforschten (s. die zusammenfassende Darstellung der Flora und der Pflanzengemeinschaften von Bátorliget durch R. S o ó auf S. 1757, sowie die dort angegebene Literatur), wurde von zoologischer Seite diesem interessanten Gebiete bis in die letzte Zeit hinein nur sehr geringe Aufmerksamkeit geschenkt. Die wenigen, meist nur kurze Tage dauernden zoologischen Untersuchungen fanden deshalb im zoologischen Schrifttum nur sehr wenig Widerhall (s. Zusammenstellung der sich mit der Fauna von Bátorliget, meist aber nur mit einzelnen Arten befassenden Abhandlungen auf S. 59). Erst vor wenigen Jahren wendeten sich nun auch die Zoologen Ungarns diesem Gebiet zu und in den Jahren 194849 begann die systematische Erforschung der Fauna von Bátorliget. Diese Untersuchungen stellten zugleich einen Teil des Biologischen Fünfjahrplanes der Biologischen Klasse der Ungarischen Akademie der Wissenschaften dar und wurden von einer Arbeitsgemeinschaft durchgeführt, deren Mitglieder in erster Linie die wissenschaftlichen Angestellten der Zoologischen Abteilung des Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museum waren.