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Klaus Bachler - Die Volksoper [antikvár]
 
Klaus BachlerVorwort100 Jahre - eine Zahl, mehr nicht. Der 100. Geburtstag, ein Tag des Gedenkens - nicht mehr. 100 Jahre Theatergeschichte jedoch - eine Welt, ein Reich der Phantasien, Träume, Geschichten.Welch wunderbarer Gedanlce, Häuser zu bauen, die keinen praktischen Nutzen haben, sondern ausschließlich der Freude, der Lust und Verschwendung geweiht sind.Die Volksoper, diese letzte Erinnerung an die Vorstadttheater, hat nach einem chaotischen Beginn schnell ihre wahre Bestimmung gefunden. Ein Haus, das alle Ausdrucksmöglichkeiten des...
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Klaus BachlerVorwort100 Jahre - eine Zahl, mehr nicht. Der 100. Geburtstag, ein Tag des Gedenkens - nicht mehr. 100 Jahre Theatergeschichte jedoch - eine Welt, ein Reich der Phantasien, Träume, Geschichten.Welch wunderbarer Gedanlce, Häuser zu bauen, die keinen praktischen Nutzen haben, sondern ausschließlich der Freude, der Lust und Verschwendung geweiht sind.Die Volksoper, diese letzte Erinnerung an die Vorstadttheater, hat nach einem chaotischen Beginn schnell ihre wahre Bestimmung gefunden. Ein Haus, das alle Ausdrucksmöglichkeiten des Theaters nutzt. Die gleichwertige Verbindung von Musik und Wort, von Tanz und Gesang, das ebenbürtige Zusammenwirken von Bühne und Orchester.Die Verwandlung von der Schwere des Lebens In Spiel wurde ihr Thema. In ein Spiel, in dem sich die Kräfte des Lebens frei entfalten und sich neu ordnen.Dieser Tradition fühlte ich mich bei der Übernahme meiner Volksoperndirektion verbunden. Sich neu zu überprüfen, zu beleben, war das Ziel. Ein farbiges, vielschichtiges Theater sollte es sein. Ein Theater, das Mut macht und in unserer technisierten, bedrohten Zivilisation den letzten Platz für Phantasie besetzt hält. Ein gewagtes, emotionelles Theater sollte es sein, wo romantische Gefühle und Gedanken freien Lauf haben. Wo Freude und Lust für einige Stunden lang verführen und den Zuschauer berührt und befreit entlassen. Die Musik, der Gesang, der Ton sind die direkteste Verbindung von Herz zu Herz.Ein solches Theater läßt sich nur von innen heraus entwickeln. Darum war das Zusammenwachsen zu einem Ensemble die erste Forderung. Um auf der Bühne ein sinnvolles Leben darzustellen, muß man im Theater ein sinnerfülltes Leben führen.Nur wer um's Leben spielt, musiziert und tanzt, hat ein Anrecht auf die Bühne. Oper, Tanz und Musical machen die Volksoper interessant und begehrt, die Operette macht sie einzigartig.Die Operette, als eine der zentralen Kunstformen des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, ist in ihrer Entstehung und ihrer Verbreitung zentral mit Österreich und vor allem mit Wien verbunden. Sie beschreibt in ihrem Kern auch eine Facette der musikalischen Identität dieses Landes. Die Volksoper hat sich um dieses Genre immer bemüht und ist heute das einzige Haus in Europa, das in großer Repertoirebreite Operette spielt und pflegt. Und zwar nicht als singulä-res Operettenhaus, sondern in Verbindung, im Wechsel, in Gegenüberstellung, in Ergänzung mit Oper und dem klassischen Musical. Es hat sich daher auch ein Publikum herangebildet, das dieses Haus als das seine begreift, das dieses unterschiedliche Angebot schätzt. Dieses weiterhin zu pflegen, es zu konfrontieren, sowohl mit der Tradition als auch mit heutigen Formen von Musiktheater, ist zentrale Aufgabe dieses Hauses.Der Reiz, Operette zu spielen, besteht im musikalischen Reichtum dieser Werke und in der Verbindung der verschiedenen Genres wie Gesang, Schauspiel und Tanz in Gleichwertigkeit. Und die Schwierigkeit, Operette zu spielen, liegt einerseits in den hohen Anforderungen, die diese Werke sowohl musikalisch als auch schauspielerisch an interpreten stellen.Andererseits in der inszenatorischen Interpretation, da sie sehr an den Geist und die gesellschaftliche Situation ihrer Entstehungszeit gebunden sind. Und es einer sowohl handwerklichen, wie auch inhaltlichen Übertragung bedarf, daß die Werke einem heutigen Publikum nicht nur Reminiszenzgefühle und Erinnerungen bieten, sondern in ihren direkten Emotionen die Menschen jetzt erreichen. Sie eignet sich nicht zur Gesellschaftskritik, sondern zur Gesellschaftsdurchleuchtung - heute wie damals. Ob bei Offenbach oder bei Strauß, ob bei Millöcker, bei Leo Fall oder Lehar - die Stücke sind voller Situationen, die nicht einer Adaptierung bedürfen, sondern der Freilegung. Eine der großen Aufgaben der nächsten Jahre wird sein, die Popularität, die die Operette zweifelsohne genießt, nicht generationsbedingt werden zu lassen.Der Volksopernbesucher ist nicht Publikum, er ist Liebhaber, Besitzer, Teilhaber, leidenschaftlicher Kritiker oder begeisterter Fan. Der Zuschauerraum ist ihm nicht Versammlungssaal, sondern Zuhause. Er will die Wahrheit lachend wissen, und wir auf der Bühne wollen Abend für Abend eines: Mit Melodien und Geschichten den Menschen in den Menschen verliebt machen.

Termékadatok

Cím: Die Volksoper [antikvár]
Szerző: Klaus Bachler , Marcel Prawy , Otto Fritz Robert Herzl
Kiadó: Verlag Holzhausen
Kötés: Vászon
ISBN: 3900518890
Méret: 240 mm x 310 mm
Klaus Bachler művei
Marcel Prawy művei
Otto Fritz művei
Robert Herzl művei
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Vélemény:
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