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VORWORT
DES HERAUSGEBERS
Das vorliegende Buch will weder eine .repräsentative Bildpublikation' nach einem eingefahrenen Schenna, noch ein Reiseführer sein. Der bedeutende slowakische Fotograf Karol Källay und Ernst Hochberger, ein eingeweihter Kenner der Slowakei, setzten sich das Ziel, dieses Land etwas anders, von einem weniger bekannten Blickwinkel aus zu präsentieren: differenzierter, mit einem subjektiveren Zutritt und auf mehreren, sich ineinander verschiebenden Ebenen. Dieser Blickwinkel ist keinem fremd, der ein Land als Tourist besucht: Man nimmt es in sich auf in seiner komplexen Erscheinungsform ohne irgendwelche Kategorisierung - die Naturszenerie neben den Denkmälern, das Älteste mit dem Neuesten, den Puls der Zeit parallel mit dem Gefühl für die Schicksale des Landes und seine entscheidenden geschichtlichen Wendungen.
Als hätte die Cämse des slowakischen Hochgebirges, die von Stein zu Stein springt, den Autoren als Vorbild gedient; wobei dies nicht immer die höchsten Bergkuppen sein müssen. Aber instinktmäßig erkennt sie den Gipfel und landet immer auf ihm. Auch die Gestalter dieses Buches haben einen seltenen Sinn für's Detail und die Wahrnehmung von Dingen, die vielen anderen entgehen. Eben dies gibt ihnen die Lizenz für die Motivwahl, auch für zufällige und scheinbar nebensächliche. Aber kann etwas nebensächlich sein, nur weil es bisher nicht beachtet wurde? Beide richten sich danach, wie es ihnen die eigene Persönlichkeit und Individualität eingibt und realisieren das Pars pro Toto - Prinzip: Ein Teil steht für's Ganze. Sie wenden sich an jene, die Dinge kennen lernen wollen, aber auch an solche, die die Dinge kennen, aber gewillt sind, diese anders zu sehen. Ihre Ambitionen gehen nicht dahin, alles zu sagen; jedoch gerade dadurch wollen sie das innere Bedürfnis des Lesers nach mehr Wissen und größerer Tiefe wecken. Es verschmelzen hier zwei Aspekte. Der Blickwinkel des Fotografen, der sich weltweit durchgesetzt hat und dem die slowakische Realität trotzdem nicht zu klein erscheint - Dinge. Gegenstande, an denen er unentwegt vorbeigeht (mit Respekt: meistens mit dem Fotoapparat). Und der Blickwinkel des Angehörigen der Karpatendeutschen, für den die Slowakei die Heimat war und ist. Des Naturiiebhabers mit der Gelehrsamkeit des Historikers und Kunstwissenschaftlers, der obwohl er die Slowakei im Jugendalter verlassen, sie nie aus den Augen verioren und aus dem Herzen verbannt hat. (Wie viele von uns werden jetzt rot?) Sein Blick von außen, zugleich aber auch von innen, ist entschieden neu, nicht abgedroschen und überaus erforderiich.
Der Verlag IKAR reiht dieses Buch in seine Edition Weltwunder ein und ist somit gewillt, den mühsamen Weg des Erkenntnisprozesses hinsichtlich der Slowakei in der Welt zu unterstützen.