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Der Havelberger Dom als Wahrzeichen des Elb-Havel-Landes Nach einer altén Urkunde, die 1748 im Domstift Havelberg nodi einmal abgeschrieben wurde, ernannte König Ottó I. den ehrwürdigen und frommen hohen Geistlichen" Dudo am 9. Mai 946 zum ersten Bischof von Havelberg. Viele Historiker meinen, daB Ottó die Bistümer Brandenburg/Havel und Havelberg anláfilich der Reichsversammlung in Magdeburg am 1. Október 948 gestiftet habe. Der Weg zum neuen Bischofssitz führte Dudo und sein Gefolge über die Grenzfeste Arneburg am hochgelegenen Westufer der Elbe. Von dort aus kann man zum Steilhang nordöstlich der Havelmündung hinüberblicken, der ebenso wie der Harlungerberg in Brandenburg bis in das 12. Jahrhundert ein Hauptheiligtum der westslawischen Völker trug. Seit altér Vorzeit war Havelberg besiedelt. Im 10. Jahrhundert bot es den schon unter König Heinrich I. (919-936) hereindringenden Deutschen günstigen Platz für ein königliches Láger (castrum). Auch die Kathedralkirche des Bistums sollte dort errichtet werden. Aus allén Nachbardiözesen war über die breiten Flufiniederungen hinweg der Havelberg zu sehen: von Arneburg und sogar vom Dolchauer Berg nahe bei der alfcmárkischen Burg Kalbe an der Milde (beide zum karolingischen Bistum Halberstadt gehörig), von der Arendseer Hochfláche (im Bistum Verden an der Aller, dessen Gebiet seit Kari dem Grófién bis an die Elbe reichte) und von den Rhinower Höhen (nahe der Grenze des Bistums Brandenburg). Zunáchst war Havelberg für König und Bischof ein wichtiger Vorposten im ostelbischen Gebiet. Herzstück des neuen Bistums, das anfangs bis an die pommersche Ostseeküste geplant war, konnte es nie werden. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dafi die Havelberger Bischöfe sich nach Festigung ihrer Macht in Wittstock niederliefien. Diese im Bistum zentral gelegene Stadt war von 1271 bis 1548 bischöfliche Residenz. Reste der gotischen Bischofsburg blieben erhalten. Bereits in früher Zeit wurde in einer grófién Havelschleife eine Inselsiedlung begründet, aus der Mitte des 12. Jahrhunderts die Stadt Havelberg hervorging. Gleichzeitig wurde die bischöfliche Domstadt oberhalb des nördlichen Havelufers etwa im Halbkreis um die Kathedralkirche und Stiftsgebáude angelegt. Der steile Abhang zum Flufi und tiefeingeschnittene Hohlwege botén natürlichen Schutz. An der Nordseite der Domstadt blieb zunáchst ein Teil des königlichen Lagers bestehen. Spáter erhielt es eine markgráfliche Besatzung; gegen Ende des 13. Jahrhunderts ging es in bischöflichen Besitz über. Die örtlichen Voraussetzungen am steilen Nordufer der Havel kamen frühmittelalterlichen Vorstellungen von einer Kathedrale sehr entgegen. Im romanischen Dom ragt die Gegenwart Christi gestaltend und beherrschend in all und jede Gestalt des Irdischen hinein, ist diesseits wie jenseits der Kirchenmauern die alldurch- 5