Bővebb ismertető
Die Dorfkirchen sind kein Reiseziel wie die berühmten Dome und Münster, die Reiseführer vermerken sie mit kaum einem Wort. Selten gehören sie zu den anerkannten Kunstwerken. Und doch besitzen wir in ihnen einen verborgenen Reichtum. Freilich erschließt sich ihr Wert nur dem, der sich bemüht, ihre Sprache zu verstehen. Sie ist einfach und bilderreich wie die Sprache des Volkes.Eine geschichtliche Betrachtung der deutschen Dorfkirchen muß von der Zeit der Christianisierung germanischer Stämme ausgehen. Spuren der ältesten ländlichen Kirchen sind im Rheinland aufgefunden worden. Aus geringen Resten hat die Forschung schließen können, daß es rechteckige Holzbauten gewesen sind, die manchmal innere Stützenreihen besaßen. Sie müssen deshalb nicht vom Typ der dreischiffigen Basilika, wie sie seit dem 4. Jahrhundert von Rom ausgehend im westlichen Abendland üblich geworden ist, abhängig sein. Näherliegend ist jedenfalls der Zusammenhang mit dem heimischen Holzbau, der ebenfalls mehrschiffig sein kann. Diese ersten ländlichen Kirchenbauten stammen aus der Zeit um 700. Sie sind Eigenkirchen des Adels und liegen meist in der Nähe des Herrenhofs.Von der Zweckbestimmung, der Liturgie, her gesehen, muß eine dörfliche Gemeindekirche des Mittelalters zunächst nur zwei Bedingungen erfüllen: Sie muß Raum für den Altar und für die Gemeinde sein, die sich angesichts des Altars versammelt. Der Altar gilt durch die in ihm enthaltene Reliquie als geheiligt. Auf ihm wird das Meßopfer, das Sakrament des Abendmahls, das im Mittelalter zum Zentrum des Gottesdienstes wird, gefeiert.