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Dortmund von Norden, Kupferstich von Franz Hogenberg Aus: Georg Braun, Civitates orbis terrarum, 1572Dortmund eine Kunststadt - das erscheint wie ein Widerspruch, da man gemeinhin von Dordmunds Kohlé und Stahl, seinem Bier und seit 1966 auch von seiner Universitát weifí. Aber eine Grofistadt von 650 000 Einwohnern hat viele Gesichter, viele Seiten, die ihr Bild bestimmen. In diesem Buch ist eine Seite Dortmunds zu zeigen, die bisher aufíerhalb der Stadt wenig bekannt wurde, seine alte Kunst. Es gilt ohne Vorurteil zu prüfen, ob die heute noch vorhandenen Denkmáler altér Kunst für Dortmund neben seinen übrigen Ruhmestiteln auch den einer Kunststadt rechtfertigen. Der Augenschein legt zunáchst das Gegenteil nahe, denn die Innenstadt enthált kein einziges mittelalter-liches Wohnhaus mehr. Sie besteht aus Háusern, die nach dem Zweiten Weltkrieg ent-standen oder eine neue Fassade erhielten, denn die Stadt war nahezu ganz zerstört. Die Wohnblöcke der Vorstádte, seit der Gründerzeit errichtet, werden, von wenigen Aus-nahmen abgesehen, hier ebensowenig wie in anderen Orten zur Kunst gezáhlt, erst recht nicht die Zechen und Fabriken, Büro- und Gescháftsbauten. Die schmucken Bauernháuser, die weiter drauften stehen, wo die Stadt und ihre Industrie in die Landschafl iiberfliefíen, sind Reste einer Volkskultur, die hier kaum noch erhalten werden kann. Wo findet der Besucher dann die Kunststadt Dortmund? Sie liegt zwischen den Geschaftsháusern, Wohn-blocks und Bauernháusern und besteht aus den Kirchen des Mittelalters, vier grogén in der Altstadt und einem Kreis von 16 Dorfkirchen, sowie acht Herrensitzen in den Vororten, die Dortmund eingemeindet worden sind. Gerade das bildet den seltsamen Reiz dieser modernen Grofistadt.