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Anna Brenken - Dresden [antikvár]
 
Stadt der Sehnsucht: Nach Dresden Sein Herz solle auf ewig in Dresden ruhen. Dies wünschte der starke Mann, als er nur noch einen Wunsch offen hatte; den letzten in seinem reichen Leben, in dem er sich mehr erfüllt hatte, als es den meisten Menschen vergönnt ist. So ruht das Herz Augusts des Starken, Kurfürst von Sachsen, König von Polen, geboren 1670 in Dresden, gestorben 1733 in Warschau, heute in der Dresdner Hofkirche, die sein frommer Sohn und Nachfolger Friedrich August (1696-1763) errichten ließ. Unter der Ägide dieser...
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Stadt der Sehnsucht: Nach Dresden Sein Herz solle auf ewig in Dresden ruhen. Dies wünschte der starke Mann, als er nur noch einen Wunsch offen hatte; den letzten in seinem reichen Leben, in dem er sich mehr erfüllt hatte, als es den meisten Menschen vergönnt ist. So ruht das Herz Augusts des Starken, Kurfürst von Sachsen, König von Polen, geboren 1670 in Dresden, gestorben 1733 in Warschau, heute in der Dresdner Hofkirche, die sein frommer Sohn und Nachfolger Friedrich August (1696-1763) errichten ließ. Unter der Ägide dieser beiden Fürsten aus dem sächsischen Geschlecht der Wettiner entstand das Herz von Dresden, wuchs die Residenzstadt des Barock an der Elbe, um deretwillen heute wieder Menschen aus aller Welt nach Sachsen reisen. Keine Stadt wurde durch den Krieg so schwer verwundet wie Dresden. „Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang von Dresden", schrieb der 82jährige Gerhart Hauptmann, der den Feuersturm nach dem Bombenangriff der Alliierten in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 miterlitten hatte. Denen, die bei dem Inferno dabei waren, erscheint die Wiederauferstehung der Stadt heute wie ein Wunder. Der Zwinger, den der Architekt Matthäus Daniel Pöppelmann von 1710 bis 1732 für den sächsischen Sonnenkönig baute - ein Festspiel-Karree von wahrhaft vollendeter Anmut -, wurde als erstes restauriert. Hofkirche, Semperoper stehen wieder. Das Schloß, einer der imposantesten Bausteine in der berühmten Stadtsilhouette von Dresden, folgt als letzte große Restaurierungstat. Und nach heftiger Diskussion jetzt auch der Wiederaufbau der Frauenkirche. Das schöne Dresden - heute nicht ohne Narben, die Kriegszerstörung, sozialistischer Aufbau außen und das Trauma des gescheiterten Sozialismus innen hinterlassen haben - lebt von zwei Glücksfällen. Das ist die geographische Lage, in der Stadt und hügelige Flußlandschaft in vollkomme- ner Harmonie aufeinander bezogen sind. Das ist die Prägung durch eine Fülle großer Persönlichkeiten aus Kunst und Wissenschaft, die angezogen wurden von der leuchtenden Kulturstadt zu Füßen der Elbhügel, wo der Wein wächst und wo es sich ziemlich herrlich wohnen und leben läßt, wenn man die Menschen nur läßt. Nicht nur das Zeitalter des Barock erhob die sächsische Provinzstadt zu einer verschwiegenen Weltstadt der Kultur, des Geistes. Wie wir in den folgenden Kapiteln sehen werden, feierte Dresden viele Hoch-Zeiten. Architekten, Künstler, Kunsthandwerker der Renaissance, des Rokoko, des Klassizismus, der Gründer- und Jugendstilzeit hinterließen ihre Spuren. Die deutsche Klassik, die Zeit der Romantik in Literatur und bildender Kunst, hatte hier ihre Zirkel mit starker Ausstrahlung. Im 19. Jahrhundert triumphierte im Elb-Florenz auch die Musik. Die deutschen Komponisten Carl Maria von Weber und Richard Wagner setzten sich gegen die Italiener durch. Gottfried Semper errichtete an der Elbe eines der großartigsten Opernhäuser Europas. Auf dem Weißen Hirsch, dem schönsten Hügel der Endmoränenkette am Nordufer der Elbe, reihten sich bald Gründerzeit-und Jugendstilvillen aneinander. Man war wohlhabend im Dresden der Jahrhundertwende und zeigte es. 1905 zettelten die Maler der „Brücke" in Dresden die Revolution des Expressionismus an. Das 20. Jahrhundert vollzog sich in dieser Stadt im heftigen Wechsel zwischen Blüte und Zerstörung. Geblieben ist der „Elb-Schönen" dabei etwas, was sie durch alle Jahrhunderte ihres Bestehens auszeichnete: Dresden war nie Sitz tonangebender politischer Macht, dafür häufig - wir werden es sehen - weltbewegend auf dem Terrain der Kunst. Eine solche Stadt ist ein Ort der Sehnsucht. Nach Dresden, nach Dresden

Termékadatok

Cím: Dresden [antikvár]
Szerző: Anna Brenken
Kiadó: Ellert & Richter Verlag
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 3892342032
Méret: 210 mm x 290 mm
Anna Brenken művei
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