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Dieter Zumpe - Dresden [antikvár]
 
DIE STADT DER STEIN GEWORDENEN TRÄUME Tuchfühlung nehmen Was Wunder, daß ausgerechnet die Musiker unter den Wahlbürgem Dresdens - trotz aller Steine, die ihnen von trockenen Beamten in den Weg gelegt wurden -dieser Stadt immer wieder ihre heimliche Liebe gestanden. Cari Maria von Weber steht als Kronzeuge dafür; -Ich weiß ja, daß es hier för meine Kunst kein Heil gibt, daß ich keine spornenden Aufträge bekomme, daß hier eine lähmende, jedem hohen Schwung hinderliche Luft weht, daß ich mehr leisten könnte und würde, wenn...
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DIE STADT DER STEIN GEWORDENEN TRÄUME Tuchfühlung nehmen Was Wunder, daß ausgerechnet die Musiker unter den Wahlbürgem Dresdens - trotz aller Steine, die ihnen von trockenen Beamten in den Weg gelegt wurden -dieser Stadt immer wieder ihre heimliche Liebe gestanden. Cari Maria von Weber steht als Kronzeuge dafür; -Ich weiß ja, daß es hier för meine Kunst kein Heil gibt, daß ich keine spornenden Aufträge bekomme, daß hier eine lähmende, jedem hohen Schwung hinderliche Luft weht, daß ich mehr leisten könnte und würde, wenn ich fonginge, afjer ich kann aus dem verflucht hübschen Nest nicht heraus.- Das sagt einer, der schon einige Erfehmngen hinter sich hat und sich nunmehr des kritischen Untertons nicht scheut. Wer als Reiselustiger die europäischen Kulturstädte aufeucht, bemerkt von den Schattenseiten provinzieller Spießigkeit, die auch dort das Atmen erschweren kann, meist nichts; statt dessen sieht er sich angezogen wie von einer schönen Fremden in der Feme, deren Reize sich verklären. Mancher, der noch nie seinen Fuß in die Stadt an der Elbe gesetzt hat, schwärmt auf Anhieb von den Kunstschätzen der einstigen Barockstadt und vergißt dafjei auch nicht die Semperoper. Das also ist Dresdens guter Ruf in der Welt, und nicht zufällig wird dabei von der Landschaft, der Architektur und der Kunst als bestimmendem Dreiklang gesprochen. Ein ganz anderer Eindmck von Dresden als bei Wefjer findet sich beim preußischen Dichter Heinrich von Kleist; als er sich unbekümmert der Stadt nähert, ist er vor allem von ihrer Lage angetan und gerät ins Schwärmen; -Dresden hat eine große, feieriiche Lage, in der Mitte der umkränzenden Elbhöhen, die in einiger Entfernung, als ob sie aus Ehrfurcht nicht höher zu treten wagten, es umlagern. Der Strom veriäßt plötzlich sein rechtes Ufer und wendet sich schnell nach Dresden, seinen Liebling zu küssen.- Ja, sie wurden alle in den Bann gezogen, die Dichter, die Maler und die Musiker. Und es gab nicht wenige unter ihnen, die schon weit hemmgekommen waren und sie für die schönste Stadt hielten, die sie je in Deutschland gesehen hatten. So Johann Kaspar Riesbeck 1783 in seinen -Briefen eines reisenden Franzosen über Deutschland-, in denen er die -stolze Lage- und -eine vortreffliche Aussicht- rühmt. In unseren Tagen liest man solche Lobeshymnen mit einer gewissen Schwermut. Falk es doch angesichts eines jahrzehntelang geduldeten ZerMs einer Größenordnung, die gleichzusetzen ist mit verheerenden Flächenbränden vergangener Jahrhunderte, schwer, das Antlitz dieser schwer geprüften Stadt angemessen zu betrachten. Die Beschaulichkeit einer gemächlichen Annäherung an das einst von Johann Gottfried Herder gepriesene -Elbflorenz- wird sich kaum einer mehr leisten können. Touristen aus allen Himmelsrichtungen fallen mit Autos und Reisebussen ein, kommen mit dem Zug oder ziehen das Flugzeug vor. Nur wenige werden sich die Zeit nehmen können, eine gemhsame Dampferfahrt auf der Elbe zu buchen, um beim Anblick der langsam hervortretenden Konturen der immer noch reich gegliederten, von der Brühischen Terrasse, der Hofkir-che und der Semperoper beherrschten Silhouette der Stadt eine Ahnung davon zu bekommen, wie überwältigend der Anblick mit der noch vorhandenen -Stadt-krone-, dem mächtigen Kuppelbau der Frauenkirche, vor der Zerstörang im Febmar 1945 gewesen sein muß. Betritt man dann den Innenhof des Zwingers oder ver-weik am Sockel des König-Johann-Denkmals auf dem Theaterplatz, läJät den Blick entlang den Fassaden gleiten, in denen die Geschichte von Jahrhunderten steinern und unverrückbar in sich ruht, dann darf man das Gefühl haben, in Dresden angekommen zu sein. Nun bedarf es kluger Umsicht, damit der Besucher in kurzer Zeit etwas von dem au&iehmen kann, was hinter den Mauern aus Sandstein zunächst dem Auge ver borgen bleibt. Schon der Gang in Sempers Galerie, mit der die Ostseite des Zwingerareals vor reichlich hundert Jahren wie mit einem Riegel abgeschlossen wurde, fordert seinen Tribut an die Zeit, die notwendig ist, um die Werke der italienischen, niederländischen und

Termékadatok

Cím: Dresden [antikvár]
Szerző: Dieter Zumpe
Kiadó: Verlag C. J. Bucher GmbH.
Kötés: Varrott papírkötés
ISBN: 3765806676
Méret: 240 mm x 300 mm
Dieter Zumpe művei
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