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Dresden [antikvár]
 
Einen herzliciien Gruß dem Betracliter dieses Bildbandes, der den Gast, Freund oder Bürger Dresdens näher mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser nun fast 770 Jahre alten Stadt vertraut machen soll. Blättern wir deshalb ein wenig in vergilbten Chroniken, machen wir uns mit gegenwärtigen Problemen bekannt, und werfen wir einen Blick in kühne Pläne der künftigen Entwicklung Dresdens! Dresden - eingebettet in das Tal des Elbstroms - ist im Gegensatz zu manch anderer Stadt in der Welt kaum besungen worden und doch sind uns...
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Einen herzliciien Gruß dem Betracliter dieses Bildbandes, der den Gast, Freund oder Bürger Dresdens näher mit der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft dieser nun fast 770 Jahre alten Stadt vertraut machen soll. Blättern wir deshalb ein wenig in vergilbten Chroniken, machen wir uns mit gegenwärtigen Problemen bekannt, und werfen wir einen Blick in kühne Pläne der künftigen Entwicklung Dresdens! Dresden - eingebettet in das Tal des Elbstroms - ist im Gegensatz zu manch anderer Stadt in der Welt kaum besungen worden und doch sind uns Worte bedeutender Humanisten überliefert, die seine Schönheit preisen. Johann Gottfried Herder nannte Dresden »das deutsche Florenz«, und der greise Dichter Gerhart Hauptmann, der 194; die Zerstörung Dresdens durch englische und amerikanische Flugzeuge erlebte, nannte es einen heiteren Morgenstern der Jugend, der der Welt geleuchtet hat. Die Entwicklung Dresdens spiegelt über sieben Jahrhunderte ein Stück deutscher Geschichte wider. Bis zum Jahre 1945, als erstmalig das arbeitende Volk begann, selbst über die Geschicke der Stadt zu entscheiden, ist es ein langer Weg des Kampfes der unterdrückten und ausgebeuteten Volksmassen gegen die Herrschenden. Neben einem Fischerdorf entstanden, 1206 erstmalig als Ort und 1216 als Stadt urkundlich erwähnt, stieg Dresden bald zu einer Residenzstadt auf. In ihr regierten seit 148; auf Glanz, Prunk und Repräsentation bedachte Kurfürsten und Könige, deren täglicher Hofhaushalt und deren Festlichkeiten Riesensummen verschlangen, die das arbeitende Volk aufzubringen hatte. Von allem, was berühmte Maler, Kunsthandwerker, Bildhauer und Baumeister im Auftrag des sächsischen Hofes an Kulturwerten schufen - wie zum Beispiel Daniel Pöppelmann und Balthasar Permoser den Dresdner Zwinger - gebührt nicht ein Quentchen des Ruhmes den Königen und Fürsten. In der Regierungszeit von August dem Starken und seines Sohnes Friedrich August II. entstand mit dem Ankauf von 4000 Gemälden, unter denen sich Raffaels »Sixtinische Madonna« und andere unschätzbare Werte befanden, die Dresdner Gemäldegalerie. Goethe, der 1768 als Student in Dresden weilte, urteilte über die Gemäldegalerie: »Ich trat in dieses Heiligtum, und meine Verwunderung überstieg jeden Begriff, den ich mir gemacht hatte.« Die kostbaren Kunstschöpfungen, die reiche Architektur weltberühmter Bauwerke, nicht zuletzt die herrliche landschaftliche Lage der Stadt und ihre vielgestaltige wunderbare Umgebung übten von jeher eine starke Anziehungskraft aus. Vor allem Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Dresden ein immer stärkeres geistiges Leben. Friedrich Schiller hielt sich längere Zeit in Loschwitz auf, wo er in freundschaftlicher Verbindung mit der Familie des Freiheitskämpfers Theodor Körner stand. Der Arzt, Philosoph und Maler Carl Gustav Carus, der Meister der deutschen romantischen Malerei Caspar David Friedrich, der norwegische Landschaftsmaler Johann Christian Clausen Dahl, der dänische Dichter Hans Christian Andersen und der Maler Philipp Otto Runge hielten die anmutige Dresdner Landschaft in Wort und Bild fest. Mit der Berufung von Carl Maria von Weber im Jahre 1817 als Operndirektor nach Dresden kündigte sich die Geburt der deutschen Nationaloper an. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts begannen immer heftiger werdende gesellschaftliche Auseinandersetzungen. 1830 verlangten die Bürger das Mitbestimmungsrecht. Sie wollten, falls es nicht gewährt würde, »mit den Flintenkolben anpochen«. Als im Mai 1849 Dresdner Arbeiter und Angehörige des Bürgertums für ihre Rechte und die Anerkennung der Reichsverfassung auf die Barrikaden gingen, standen große patriotische Künstler an ihrer Seite. Hofkapellmeister Richard Wagner, Architekt Gottfried Semper, der Schöpfer des Opernhauses und des Gebäudes der Dresdner Gemäldegalerie, Musikdirektor August Rockel, die Schauspielerin und Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient und viele andere. Gottfried Semper leitete den Bau von mehr als 100 Barrikaden. All diese leidenschaftlichen Taten und opfervollen Kämpfe für die Menschen-und Bürgerrechte sind unvergessen. Mit dem sich rasch ausbreitenden Industriekapitalismus stieg die Einwohnerzahl Dresdens auf über 100 000 an. Am bekanntesten sind aus der Vergangenheit die feinmechanisch-optischen Werke und die Maschinenbaubetriebe. Damit Dresden weiterhin beliebtes Reiseziel und vor allem Wohnort der besitzenden Klasse bleibe, wurden die großen Produktionsstätten auf bestimmte Stadtgebiete beschränkt, in denen zugleich auch die Arbeiter hausen mußten. Die komfortablen Villen im Süden und besonders im Osten der Stadt, wie in Blasewitz, auf dem Weißen Hirsch und in Loschwitz, waren den anspruchsvollen Herren der Industrie und der Banken vorbehalten. Je mehr sich jedoch die Positionen des Kapitalismus festigten, desto kraftvoller wurde die Arbeiterklasse, die auch in Dresden über ruhmreiche Traditionen verfügt. Bereits 1869 entstanden die ersten Gewerkschaften der Maurer und Zimmerer. 1914, zu Beginn des ersten Weltkrieges, organisierten bewußte Vertreter der Arbeiterschaft machtvolle Kundgebungen und Friedensdemonstrationen. Und auch in den folgenden Jahren mehrten sich die Pro- 5

Termékadatok

Cím: Dresden [antikvár]
Kiadó: VEB F.A. Brockhaus Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 230 mm x 280 mm
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Vélemény:
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